Ufagormolzavod hat seinen Sitz in Ufa, der Hauptstadt der Region Baschkortostan. Das 2015 gegründete Unternehmen produziert Kefir, Sauerrahm, Hüttenkäse, Butter und Joghurt unter den Marken Molochny Fermer und Molochnaya Krepost. Nach Angaben des Unternehmens beschränkt sich die unmittelbare Auswirkung des Angriffs auf die internen Abläufe rund um Dokumente und Auslieferungen.
Geschäftsführer Ildar Faizullin erklärte, die Produktion sei nicht gestoppt worden. Verlangsamt hätten sich lediglich die Bearbeitung von Unterlagen und die Abwicklung von Lieferungen. Deshalb würden Sendungen und Papierarbeit derzeit manuell verarbeitet. Weitere Details zu den Angreifern oder zum technischen Ablauf nannte das Unternehmen nicht.
Offen ist auch, ob im Zuge des Vorfalls Daten kompromittiert wurden. Ebenso machte Ufagormolzavod keine Angaben dazu, wann die betroffenen IT-Systeme wieder einsatzfähig sein sollen.
Der Fall ist nicht der einzige Vorfall im russischen Milchsektor. Erst in dieser Woche wurde die Website von Molochnaya Kukhnya kompromittiert, einem staatlichen Hersteller von Milchprodukten für Kinder und Schwangere in Baschkortostan. Die Eindringlinge veröffentlichten dort gefälschte Behauptungen, wonach es in den Produktionsstätten großflächige Stromausfälle gegeben habe und die Produkte des Unternehmens mit gefährlichen Bakterien kontaminiert worden seien.
Ob zwischen beiden Vorfällen ein Zusammenhang besteht, ist nicht bekannt. Der Quelltext nennt dafür keine Belege.
Zu den weiteren auffälligen Angriffen auf die Branche zählt ein Vorfall vom Juni des vergangenen Jahres, bei dem das elektronische veterinärmedizinische Zertifizierungssystem des Landes gestört wurde. Molkereien und Zulieferer mussten daraufhin wieder auf Papierdokumentation umstellen. Die Störung führte zu erheblichen Engpässen in der Logistik, weil regionale Verteilzentren Lieferungen ohne digitale Zertifikate zurückwiesen, was Unterbrechungen in der Belieferung großer Einzelhändler nach sich zog.
Im Dezember traf ein Ransomware-Angriff das Milchverarbeitungswerk Semyonishna im südlichen Sibirien. Dabei wurden die Systeme mit einer Variante der LockBit-Ransomware verschlüsselt. Zuvor, im September 2024, nahmen Ransomware-Akteure Kabosh ins Visier, einen der größten Käseproduzenten Russlands; infolge des Angriffs konnten die Produktionsanlagen des Unternehmens fast einen Monat lang nicht arbeiten.
