Mullin machte bei der Anhörung deutlich, dass aus seiner Sicht zunächst die Führungsspitze besetzt werden muss. Man müsse „meinen Direktor ins Amt bringen“, sagte er vor den Abgeordneten. Dann könne dieser sein Team aufbauen und die Behörde neu aufstellen. Den Namen des vorgesehenen Kandidaten nannte Mullin nicht.
Als wahrscheinlicher Bewerber gilt Shyam Sankar, Chief Technology Officer von Palantir Technologies. Das Weiße Haus hatte allerdings früher erklärt, er sei „derzeit“ kein Spitzenkandidat.
CISA hatte etwa ein Drittel seiner Belegschaft durch Entlassungen verloren, die Teil des Kurses der Regierung zum Abbau des Bundesapparats waren. Berichten zufolge entspricht das rund 1.000 Stellen. Mullin sagte jedoch, die Behörde müsse nicht alle verlorenen Mitarbeiter zurückholen. Entscheidend sei vielmehr, „talentierte Personen“ zu gewinnen, die ihr Handwerk verstehen und Partnerschaften mit Behörden auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen mitbringen.
Nach Einschätzung des Ministers dürfte es „wahrscheinlich“ ein Jahr dauern, CISA wieder aufzubauen. Sollte der künftige Direktor eine umfassende Neuaufstellung anstoßen, könne es auch länger dauern. Zugleich zeigte sich Mullin überzeugt, dass sich in den ersten drei Monaten bereits deutliche Fortschritte erzielen lassen.
Neben Personalfragen sprach Mullin auch über die Bedrohungslage. Er äußerte sich besorgt über Cyber- und Datenschutzrisiken aus China. China arbeite „jeden einzelnen Tag“ daran, in US-Systeme einzudringen, sagte er. Gerade hier werde CISA eine zentrale Rolle spielen, weil man nicht erwarten könne, dass Unternehmen wie Meta oder Google diese Aufgabe allein übernehmen.
Zugleich forderte Mullin mehr Klarheit vom Kongress darüber, wie weit CISA bei dieser Aufgabe gehen darf. „Wir werden neue Klarheit brauchen, wie weit CISA gehen kann“, sagte er.
Mehrere Abgeordnete fragten außerdem nach Investitionen des Ministeriums in Technologien zur Abwehr von Drohnen. Mullin bezeichnete das als Priorität. Solche Systeme können Überwachung und Verfolgung leisten, werden nach seinen Worten aber vor allem eingesetzt, um nicht autorisierte Drohnen zu erkennen, zu überwachen und außer Gefecht zu setzen.
Die Ausrichtung des Ministeriums auf modernste Technik, darunter umfangreiche Überwachungswerkzeuge, sei bewusst gewählt, sagte Mullin. Man wolle keine Technik beschaffen, die schon veraltet sei, wenn sie in Betrieb gehe. Künstliche Intelligenz sei „ein Wendepunkt“ und ein „Kraftverstärker“. Zudem teste das Ministerium neue Produkte, um „Lücken und Löcher im System“ zu schließen.
