Nach Darstellung der FCC sollen Betreiber von Unterseekabeln künftig unter bestimmten Bedingungen von einer intensiven Einzelprüfung ausgenommen werden. Das gilt laut einer Pressemitteilung der Behörde für Unternehmen, die hohe Sicherheitsstandards bescheinigen können, ihre Kabel „ohne Zwischenfälle“ betrieben haben und einer fortlaufenden Aufsicht zustimmen. Voraussetzung ist außerdem, dass sie keine potenziell unsichere ausländische Ausrüstung einsetzen.

Die überarbeiteten Regeln sollen den Schutz der Kabel darüber hinaus durch aktualisierte Vorgaben stärken, die sich laut FCC auf Schwachstellen bei zentraler Ausrüstung, Drittanbietern und weiteren Problembereichen beziehen. Besonders weitreichend ist dabei der Schritt bei der SLTE-Technik. Weil diese die Verbindung zwischen dem Unterseekabelsystem und den US-Landeinrichtungen herstellt, will die FCC hier eine eigene Lizenzpflicht einführen, um genau diesen besonders sensiblen Bereich stärker zu kontrollieren.

Die Behörde arbeitet nach eigenen Angaben schon seit einiger Zeit daran, die Sicherheit von Untersee-Internetkabeln zu erhöhen. Bereits im vergangenen Jahr blockierte sie Ausrüstung von Firmen, die sie als Risiken für die nationale Sicherheit eingestuft hatte. Genannt wurden Huawei, China Telecom, ZTE und China Mobile. Die neuen Regeln gehen jedoch weiter: Künftig soll auch Ausrüstung aus ganz China oder aus anderen Staaten verboten werden, die als ausländische Gegner eingestuft werden.

Erstmals angekündigt hatte die FCC diese Marktabschottung im Juli 2025. Damals erklärte die Behörde, das Verbot sei Teil eines ganzen Maßnahmenpakets, das den Ausbau der Untersee-Telekommunikationsinfrastruktur fördern und zugleich Schutzbarrieren gegen Bedrohungen durch ausländische Gegner verstärken solle. Der FCC-Vorsitzende Brendan Carr erklärte damals, die Unterseekabelinfrastruktur sei in den vergangenen Jahren von ausländischen Gegnern wie China bedroht worden. Deshalb handle die Behörde nun, um Unterseekabel vor Eigentum und Zugriff ausländischer Gegner sowie vor Cyber- und physischen Bedrohungen zu schützen.

US-Vertreter sehen nach dem Bericht vor allem Spionage als größte Gefahr durch Chinas Beteiligung am Geschäft mit Unterseekabeln. Die US-Regierung beschäftigt sich demnach weiterhin mit den Salt-Typhoon-Angriffen, die auch mehr als ein Jahr nach ihrem Bekanntwerden Ende 2024 noch ein Problem seien. Auch Taiwan hat erklärt, China bedrohe seine Unterseekabel. In der Ostseeregion wurden Kabel mehrfach physisch beschädigt.

Carr betonte in einer Erklärung vom Donnerstag, Unterseekabel seien die „oft übersehenen Helden des globalen Internets“ und transportierten bis zu 99 Prozent des weltweiten Internetverkehrs. Ein schnellerer Kabelbau werde das Internet verlässlicher und schneller machen, insbesondere weil Künstliche Intelligenz die Anforderungen an die Konnektivität stark erhöhe. Im Mittelpunkt stehe für ihn aber der bessere Schutz dieses hochgradig verwundbaren Systems. Laut der Erklärung sind Unterseekabel heute größeren Bedrohungen denn je ausgesetzt: Kriminelle und andere Akteure suchten Zugang zu sensiblen Daten und Kommunikationsinhalten auf diesen Leitungen, während die Gefahr durch Cyberstörungen und physische Eingriffe weiter wachse.

Im April hatte zudem die britische Regierung mitgeteilt, sie habe eine geheime russische U-Boot-Operation entdeckt, die Kabel und Pipelines im Meer nahe der nördlichen Hälfte des Vereinigten Königreichs umkreist habe. Beteiligt gewesen seien ein russisches Angriffs-U-Boot und weitere Schiffe bei dem, was das britische Verteidigungsministerium als „böswillige Aktivitäten an kritischer Untersee-Infrastruktur andernorts“ bezeichnete. Nachdem Russland bemerkt habe, dass die britische Seite die Schiffe entdeckt hatte, hätten sich diese zurückgezogen, so die Angaben der Behörden.