Indonesien geht einen drastischen Schritt: Ab Ende März dürfen Kinder unter 16 Jahren keine Konten mehr auf großen Social-Media-Plattformen anlegen. Das kündigte Kommunikations- und Digitalministerin Meutya Hafid am Freitag an. Die Regulation erfasst unter anderem TikTok, Facebook, Instagram, YouTube und Threads.
Hafid begründete den drastischen Schritt mit wachsenden Risiken für die Jugendlichen. “Der Staat übernimmt die Verantwortung, damit Eltern nicht allein gegen die Algorithmen-Giganten kämpfen müssen”, sagte sie laut Medienberichten. Kinder seien zunehmend realen digitalen Gefahren ausgesetzt – von Pornografie über Cybermobbing bis zu Online-Betrügereien. Die Suchtgefahr nannte Hafid dabei als besonders kritisch.
Mit diesem Schritt folgt Indonesien einem globalen Trend. Australien führte ein ähnliches Verbot bereits im Dezember ein und bilanzierte dies als großen Erfolg. Seitdem haben auch Spanien, Frankreich, die Niederlande und Großbritannien angekündigt, ähnliche Regelungen zu prüfen oder umzusetzen. Indonesien ist das erste Nicht-Westernland, das Social Media für Minderjährige sperrt.
Auch in Europa wächst der Druck. Das Europäische Parlament stimmte am 27. Februar einer Stellungnahme zu, die ein Verbot für unter 16-Jährige ohne Zustimmung der Eltern fordert. Kinder unter 13 Jahren sollen demnach überhaupt keinen Zugang zu Social Media haben. Im November hatte das Parlament bereits eine Resolution verabschiedet, die die EU auffordert, eine Altersgrenze für Social-Media-Nutzung festzulegen.
