Indonesiens Ministerin für Kommunikation und digitale Angelegenheiten, Meutya Hafid, kündigte am Freitag an, dass Kinder unter 16 Jahren ab Ende März keine sozialen Medien mehr nutzen dürfen. In einer Videobotschaft erklärte sie, eine entsprechende Regelung unterzeichnet zu haben. Diese verpflichtet die Anbieter dazu, dass Minderjährige keine Konten mehr auf den betroffenen Plattformen halten können.
Konkret nennt Hafid eine Reihe von Diensten, die unter das Verbot fallen, darunter TikTok, Facebook, Instagram, YouTube und Threads.
Zur Begründung führte die Ministerin die nach ihrer Darstellung zunehmenden digitalen Gefahren für Kinder an. „Die Regierung greift ein, damit Eltern nicht länger allein gegen die Algorithmus-Giganten kämpfen müssen“, sagte Hafid laut einer Übersetzung von Channel News Asia. Die Bedrohungen reichten von der Konfrontation mit Pornografie über Cybermobbing und Online-Betrug bis hin zur Abhängigkeit, die sie als wichtigsten Punkt hervorhob. Das Vorgehen sei „der beste Schritt, den die Regierung inmitten eines digitalen Notstands unternehmen kann“.
Derartige Beschränkungen haben zuletzt an Tempo gewonnen. Australien führte ein entsprechendes Verbot ein und bezeichnete es als großen Erfolg. Seither haben Regierungen in Spanien, Frankreich, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich erklärt, solche Verbote zu prüfen oder einführen zu wollen. Indonesien ist dem Bericht zufolge das erste nicht-westliche Land, das Kinder von sozialen Medien ausschließt.
Auch auf europäischer Ebene wird auf Maßnahmen gedrängt. Am 27. Februar billigten Abgeordnete eine Stellungnahme, die vorsieht, Jugendliche unter 16 Jahren ohne Zustimmung der Eltern von Social-Media-Plattformen auszuschließen. Kinder unter 13 Jahren sollten demnach grundsätzlich keinen Zugang erhalten.
Zuvor hatte das Europäische Parlament eine Entschließung verabschiedet, mit der die EU aufgefordert wird, ein Mindestalter für den Zugang zu sozialen Medien festzulegen. Das Parlament kann selbst keine Gesetze vorschlagen, hat aber erheblichen Einfluss darauf, die Europäische Kommission zum Handeln zu bewegen.
