Das US-Justizministerium hat am Freitag die Beschlagnahmung von nahezu 400 Websites bekanntgegeben, die Übertragungen von Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft illegal angeboten haben sollen. Die Aktion fiel zeitlich mit Beginn der K.-o.-Phase zusammen.

Nach Darstellung der Behörden geht das Problem über reine Urheberrechtsverletzungen hinaus. Eric Weindorf von Homeland Security Investigations sagte, die Betreiber solcher Streams verstießen nicht nur gegen das Copyright, sondern setzten Zuschauer auch möglichen Gefahren aus. Er nannte dabei ausdrücklich Malware-Angriffe sowie unsichere Verbindungen, die persönliche und finanzielle Daten gefährden könnten.

Bei der Identifizierung der betroffenen Domains unterstützten laut Justizministerium mehrere Organisationen. Genannt werden der Weltfußballverband FIFA, der US-Rechteinhaber NBC Universal sowie weitere nicht näher benannte Stellen. Die operative Koordination übernahmen HSI und das International Computer Hacking and Intellectual Property Network, ein Netzwerk von US-Staatsanwälten.

Nach Angaben des Justizministeriums richtete sich die Maßnahme auch gegen Server und Domains in Peru und Bulgarien, die als bekannte Zentren für Online-Piraterie beschrieben werden. Weitere, durch ICHIP unterstützte Störmaßnahmen habe es in Kroatien, Rumänien, Polen und Kolumbien gegeben.

Es ist nicht der erste Zugriff dieser Art rund um das Turnier. HSI hatte bereits bei der Weltmeisterschaft 2022 eine ähnliche Aktion geleitet und damals mehr als 70 Websites beschlagnahmt.

Illegale Sportstreams werden Behörden zufolge typischerweise über Internet Protocol Television, also IPTV, verbreitet. In den vergangenen Jahren nahmen Ermittler auch größere unerlaubte Angebote wie Streameast und 247TVStream ins Visier. Untersuchungen haben nach Angaben des Quelltexts gezeigt, dass sich mit illegalem Streaming Einnahmen in Millionenhöhe erzielen lassen.