Ratcliffe sagte, die CIA dürfe bei aufkommenden Technologien nicht auf einen risikofreien Weg warten, weil es einen solchen nicht gebe. Stattdessen müsse die Behörde schnell handeln, entschlossen vorgehen und den Erfindungsgeist nutzen, der die USA auszeichne.

Besonders deutlich äußerte sich der CIA-Direktor zur Künstlichen Intelligenz. Mit Blick auf moderne KI-Modelle sagte er, es sei nicht unangemessen, ihre Fähigkeiten als mit digitalen Atomwaffen vergleichbar zu bezeichnen. KI sei für die CIA ein Feld, in dem sie exzellent sein müsse, da algorithmische Entscheidungen direkte Folgen für den strategischen Vorteil der Vereinigten Staaten und deren nationale Sicherheit hätten.

Die Aussagen knüpfen an Ratcliffes Bestätigungsphase Anfang vergangenen Jahres an. Damals hatte er versprochen, die Behörde weniger risikoavers zu machen, um besser auf zunehmende Bedrohungen durch ausländische Wettbewerber reagieren zu können, insbesondere aus China.

Konkret verwies Ratcliffe auf organisatorische Änderungen innerhalb der CIA. Im vergangenen Jahr habe er das Center for Cyber Intelligence zu einem eigenständigen Missionszentrum aufgewertet. Außerdem sei die Directorate of Digital Innovation in die Directorate of Mission Systems umgewandelt worden.

Diese neu konfigurierte Einheit habe laut Ratcliffe weder offensive Cyber-Aufgaben noch Zuständigkeiten im Bereich Open Source. Stattdessen konzentriere sie sich auf Kernfunktionen wie Cybersicherheit sowie fortgeschrittene Daten- und Infrastrukturdienste. Das werde, so Ratcliffe, die Grundlage der gesamten Informationstechnologie-Architektur der CIA deutlich stärken.

Parallel dazu läuft nach seinen Worten derzeit ein „aggressiver Datensprint“, um die Erschließung und Nutzung sämtlicher missionsrelevanter Daten zu verbessern. Die CIA wolle die Datenstandardisierung in der gesamten Behörde vorantreiben, ihre Fähigkeiten zur besseren Integration aller Bestände ausbauen und ihre Mitarbeiter darin schulen, die neuen Möglichkeiten zu nutzen.

Auch bei der Beschaffung neuer Technologien habe die CIA nach Darstellung ihres Direktors zentrale Abläufe verändert. Der Beschaffungsrahmen sei überarbeitet worden, und die Zeit bis zur Einführung neuer Technik habe sich von nahezu drei Jahren auf etwa sechs Monate verkürzt. Das habe zu Hunderten neuer Beschaffungen geführt.

Ergänzend habe die Behörde ein Office of Corporate Partnerships eingerichtet. Dieses solle Partnern aus der Privatwirtschaft einen zentralen Zugangspunkt zur CIA bieten.

Ratcliffe wies die Vorstellung zurück, es handle sich lediglich um neue Linien in einem Organigramm. Bei den Änderungen gehe es vielmehr um einen grundlegenden Umbau des gesamten Technologieansatzes der CIA.