Der designierte Leiter des US Cyber Command und der National Security Agency hat eine weitere kritische Hürde genommen. Der Senat votierte am Montag mit großer Mehrheit für die Beendigung der Debatte zum Nominierungsantrag für Army Lt. Gen. Joshua Rudd. Die Abstimmung von 68 zu 28 Stimmen zur Cloture – einem parlamentarischen Verfahren zur Debattenbegrenzung – deutet stark darauf hin, dass Rudd die abschließende Abstimmung am Dienstag erfolgreich überstehen wird.
Der stellvertretende Befehlshaber des US Indo-Pacific Command soll erstmals in der Geschichte des Cyber Command eine vollständige Senatszustimmung erhalten. Der bisherige Praxis war es, die Nominierung ohne formale Abstimmung zu genehmigen. Allerdings nutzte Senatsmehrheitsführer John Thune ein ungewöhnliches Verfahren, um einen Verzögerungsantrag von Senator Ron Wyden zu umgehen.
Wyden, hochrangiges Mitglied des Senats-Geheimdienstausschusses, äußerte erhebliche Bedenken gegenüber Rudds Qualifikation. “Unser Land braucht einen NSA-Direktor mit Erfahrung in US-Signalaufklärung, erworben durch praktische Arbeit an diesen Themen weltweit. General Rudd hat diese Erfahrung nicht”, argumentierte der Oregon-Senator und verwies auf den andauernden Konflikt mit dem Iran.
Roger Wicker, Vorsitzender des Streitkräfteausschusses, verteidigte hingegen die Kandidatur und betonte die breite überparteiliche Unterstützung: “Wir benötigen diese Person dringend im Amt.” Rudd wurde im Januar vom Senat-Streitkräfteausschuss per Senkrechtstimme und im Februar vom Geheimdienstausschuss mit 14 zu 3 Stimmen gebilligt.
Sollte Rudd bestätigt werden, wäre er der erste vom Senat offiziell bestätigte Leiter beider Organisationen seit Donald Trump den bisherigen Inhaber Gen. Timothy Haugh vor knapp einem Jahr entließ. Army Lt. Gen. William Hartman führt beide Behörden derzeit kommissarisch, nachdem er selbst ursprünglich als Kandidat für die Doppelrolle im Gespräch war.
