Anthropic erklärte, Claude Fable 5 sei nun wieder allgemein verfügbar. Zudem stelle das Unternehmen den Zugang zu Mythos 5 wieder her, beschränke diesen aber auf ausgewählte Organisationen mit Sitz in den USA, die von der Bundesregierung zugelassen wurden.
Das US-Handelsministerium hatte die Nutzung beider KI-Modelle durch ausländische Staatsangehörige am 12. Juni blockiert. Nach Angaben des in San Francisco ansässigen Unternehmens zwang dieser Schritt Anthropic dazu, die Produkte nur wenige Tage nach ihrer Vorstellung unmittelbar für alle Nutzer vom Netz zu nehmen.
In einem Blogbeitrag dieser Woche schrieb Anthropic, die Bedenken der Regierung seien durch einen Bericht von Cybersicherheitsforschern bei Amazon ausgelöst worden. Amazon ist der wichtigste Cloud-Computing-Anbieter des Unternehmens. Anthropic zufolge hatte das Unternehmen „eine Methode gefunden, die Schutzmechanismen von Fable 5 zu umgehen“, wodurch sich Software-Schwachstellen finden und möglicherweise ausnutzen ließen.
Die Sorge der Behörden hatte sich bereits zuvor verschärft. Laut dem Bericht hatte Anthropic in diesem Jahr gewarnt, dass sein Modell Mythos in der Lage sei, Softwarefehler auf eine Weise zu finden, die von böswilligen Hackern als Waffe eingesetzt werden könnte und kritische Computernetzwerke weltweit bedrohen würde.
Auch OpenAI, der wichtigste Konkurrent von Anthropic und Hersteller von ChatGPT, kündigte am Freitag Einschränkungen für die Einführung eines neuen KI-Modells auf Wunsch der Regierung von Präsident Donald Trump an. Nach Angaben von OpenAI soll das neue Produkt mit dem Namen GPT-5.6 Sol vorübergehend nur einer ausgewählten Gruppe staatlich genehmigter Kunden zugänglich sein.
Hinzu kommt ein regulatorischer Rahmen, den Trump im vergangenen Monat per Exekutivanordnung zur Aufsicht über KI geschaffen hat. Die Anordnung sieht vor, dass die Bundesregierung die Risiken für die nationale Sicherheit der fortschrittlichsten KI-Systeme bis zu 30 Tage vor ihrer öffentlichen Freigabe prüfen kann. Zwar beschreibt die Anordnung die Teilnahme von KI-Entwicklern als freiwillig, doch dieser Rahmen ist nach dem Bericht noch nicht vollständig ausgearbeitet.
