Nach Angaben des Communications Security Establishment (CSE), dem kanadischen Pendant zur NSA, richteten sich die drei Einsätze gegen ausländische Gruppen, die nach Einschätzung der Behörde eine Gefahr für Kanada darstellten. Der Bericht nennt die Maßnahmen „aktive Cyberoperationen“.
Bei der Operation gegen die extremistische Gruppe nutzte die Behörde laut Bericht Daten von mit dem Internet verbundenen Geräten. Ziel war eine nicht benannte ausländische Organisation, die gewalttätige Ideologie verbreitete und in westlichen Ländern, einschließlich Kanada, um neue Mitglieder warb. Das CSE erklärte, es habe die Glaubwürdigkeit der Gruppe erfolgreich untergraben und ihre Fähigkeit eingeschränkt, Menschen zu radikalisieren und neue Mitglieder zu rekrutieren.
Eine zweite Operation galt Cyberkriminellen im Ausland, die beim Verkauf von Chemikalien halfen, aus denen Fentanyl hergestellt werden kann. Das CSE bezeichnete Fentanyl als starkes Opiat, das in Nordamerika jährlich Zehntausende Menschen tötet. Die Behörde erklärte, ihr Eingriff habe die Händler gestört und geschwächt.
Die dritte offengelegte Aktion richtete sich gegen eine nicht näher benannte Ransomware-as-a-Service-Gruppe. Nach Angaben des CSE setzte die Behörde dabei Fernmeldeaufklärung ein, um die internen Abläufe der Gruppe nachzuzeichnen. Dadurch sei die Fähigkeit der Malware-Nutzer gestört worden, Opfer zu erpressen.
Laut Bericht machte die Operation die Infrastruktur der Gruppe unbenutzbar. Außerdem habe das CSE eine große Menge gestohlener Daten gelöscht, die im Darknet zum Verkauf angeboten worden seien.
Zusätzlich teilte die Behörde mit, sie habe im vergangenen Jahr „autorisierte technische Störungen“ gegen zehn große Ransomware-Gruppen durchgeführt. Damit seien Teile ihrer Infrastruktur unbrauchbar gemacht worden, so das CSE.
