Zu den Klägern gehören ein früherer Sicherheitsmanager von Meta, der Finanzjournalist Thanassis Koukakis, zwei Anwälte, ein früherer Direktor der forensischen Labore der Hellenic Police, der frühere Leiter einer griechischen Nachrichtendienstbehörde, der Journalist Spyridon Sideris sowie ein ehemaliger Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamter.
Kesses sagte gegenüber Ekathimerini, die Klagen beschrieben die Struktur, die Arbeitsweise und die Rollenverteilung eines Netzwerks aus Unternehmen und Einzelpersonen, das mit der Entwicklung, dem Vertrieb und dem Einsatz von Predator verbunden sei. Dieses Verfahren sei der nächste institutionelle Schritt hin zu vollständiger Rechenschaft aller Beteiligten und zu Wiedergutmachung für die Opfer auf nationaler und europäischer Ebene.
Ein Prozess soll im April 2027 beginnen. Auf eine Anfrage nach einer weiteren Stellungnahme reagierte Kesses dem Bericht zufolge nicht.
Der Predator-Skandal hatte in Griechenland bereits strafrechtliche Folgen. Im Februar verurteilte ein griechisches Gericht den Intellexa-Gründer Tal Dilian und drei Mitangeklagte wegen ihrer Rolle in der Affäre zu Haftstrafen. Obwohl Dilian und seine Mitangeklagten zu mehr als 126 Jahren Gefängnis verurteilt wurden, müssen sie nach griechischem Recht nur acht Jahre verbüßen. Bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens bleiben sie auf freiem Fuß.
In diesem Jahr hatte Dilian, wenige Wochen nach dem Urteil, gegenüber einem lokalen Medium erklärt, er werde für Fehlverhalten der griechischen Regierung verantwortlich gemacht. Er sagte, Intellexa habe Predator nur an staatliche Kunden verkauft, in diesem Fall an die griechische Regierung und deren nationalen Nachrichtendienst.
Dilian warf Regierung und Geheimdienst einen „konspirativen kriminellen Akt“ vor, mit dem eigenes Fehlverhalten vertuscht werden solle. Nach seiner Darstellung liefert Intellexa die Spähsoftware an staatliche Kunden, sei aber nicht an der Auswahl der Ziele beteiligt.
Bekannt geworden war der Einsatz von Predator 2022, als Spuren der Software auf Dutzenden Telefonen gefunden wurden. Die politische Affäre führte damals zum Rücktritt des Leiters des griechischen Geheimdienstes und des Stabschefs des Ministerpräsidenten.
