Die Einigung wurde am Mittwoch von den Generalstaatsanwälten der beteiligten Bundesstaaten bekanntgegeben. Im Zentrum steht der Vorwurf, Block habe Nutzern von Cash App fälschlich zugesichert, die App biete denselben Schutz wie eine Bank. New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James erklärte, das Unternehmen habe Nutzern nicht geholfen, wenn sie betrogen wurden, Verbraucher über die Sicherheit von Cash App in die Irre geführt und den versprochenen sowie gesetzlich vorgeschriebenen Schutz gegen Betrug und die entsprechende Abhilfe nicht bereitgestellt.

Nach Angaben von James gehört New York zu den 46 Staaten, die an der Vereinbarung beteiligt sind. Texas-Generalstaatsanwalt Ken Paxton sprach von laschen Verifizierungsstandards, einer über Jahre fehlenden telefonischen Unterstützung und irreführenden Werbeaktionen in sozialen Medien, durch die Nutzer Betrügern ausgeliefert worden seien. Zugleich habe Cash App interne Betrugsermittlungen verzögert und ungerechtfertigte Kontosperren verhängt, wodurch Opfer keine Möglichkeit gehabt hätten, gestohlene Gelder zurückzuerhalten.

Die Verteilung der Vergleichssumme fällt je nach Bundesstaat unterschiedlich aus. Texas erhält nach der Vereinbarung 5 Millionen Dollar, New York 1,6 Millionen Dollar. Staaten mit geringerer Bevölkerungszahl bekommen jeweils weniger als 1 Million Dollar.

Ein zentrales Ergebnis der Ermittlungen betrifft den Kundensupport. Weil Cash App nach Feststellungen der Ermittler keine Telefonnummer für den Kundendienst anbot, suchten Nutzer im Internet danach und landeten schließlich bei gefälschten Nummern, die von Betrügern eingerichtet worden waren. Letitia James sagte, Block habe gewusst, dass dies geschehe, die Nutzer aber nicht gewarnt und erst 2021 eine echte Telefonleitung eingerichtet.

Auch bei der Kontoeröffnung sahen die Ermittler erhebliche Schwächen. Für die Registrierung seien weder eine Sozialversicherungsnummer noch das Geburtsdatum zwingend verlangt worden. Außerdem habe es keine Begrenzung dafür gegeben, wie viele Konten eine einzelne Person eröffnen konnte. Dadurch, so die Ermittler, habe ein einzelner böswilliger Akteur ein ganzes Netzwerk von Betrugskonten betreiben können.

Das in New York eingereichte Zustimmungsurteil verpflichtet Block ebenso wie die Vereinbarungen in den anderen Staaten dazu, rund um die Uhr Live-Support bereitzuhalten. Mindestens 13,5 Stunden pro Tag müssen dabei von „einer echten Person“ abgedeckt werden.

Darüber hinaus bekräftigt die Einigung ein Bundesabkommen, nach dem Block zwischen 75 Millionen und 120 Millionen Dollar an Bundesstaaten auszahlen soll. Grundlage ist eine damit verbundene Zustimmungsanordnung des Consumer Financial Protection Bureau vom Januar 2025.

Bis Mittwochnachmittag hatten weder Block noch Cash App eine Stellungnahme zu dem Vergleich veröffentlicht. Block wurde 2009 von Twitter-Gründer Jack Dorsey gegründet. Zum Portfolio des Unternehmens gehören auch die Bezahllösung Square und der Musikdienst Tidal.