Rossen G. Iossifov, 53, erschien am Mittwoch vor einem Bundesgericht im Eastern District of Kentucky. Ihm werden die Entfernung von Vermögen zur Verhinderung einer Beschlagnahmung und die Verschwörung zur Geldwäsche vorgeworfen. Laut Anklage soll er im Januar 2024 aus dem Gefängnis heraus mit anderen daran gearbeitet haben, 290.000 US-Dollar in Kryptowährung aus einem beschlagnahmten Konto zu bewegen.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Gelder über mehrere Kryptobörsen und Mischdienste geleitet zu haben, damit sie nicht in den Händen der Regierung bleiben. In einer Mitteilung vom Donnerstag erklärte Robert Holman, Special Agent des U.S. Secret Service, Iossifovs gezielter Versuch, rechtmäßig beschlagnahmte Gelder zu entfernen und zu waschen, sei eine direkte Herausforderung für das Justizsystem und eine offenkundige Missachtung der Rechte seiner Opfer. Man sei entschlossen sicherzustellen, dass Opfer von Online-Betrug Gerechtigkeit erhielten und Personen, die rechtmäßige gerichtliche Anordnungen zu umgehen versuchten, zur Verantwortung gezogen würden.
Iossifov sitzt bereits wegen einer Verurteilung aus dem Jahr 2021 ein. Diese frühere Verurteilung hing mit seiner Eigentümerschaft und dem Betrieb von RG Coins zusammen, einer Kryptobörse in Sofia in Bulgarien. Zu deren Kunden zählten laut den Ermittlern rumänische Mitglieder des Alexandria Online Auction Fraud Network, eines Betrugsrings, der mindestens 900 Amerikaner geschädigt haben soll.
Die Mitglieder dieses Netzwerks schalteten demnach erfundene Anzeigen auf Craigslist und eBay für hochpreisige Waren, meist Fahrzeuge, die es gar nicht gab. Sobald Opfer gezahlt hatten, wurden die Gelder in Kryptowährung umgewandelt. Anschließend soll Iossifov die Beträge an ausländische Geldwäscher weitergeleitet haben.
Beweismittel zeigten laut Anklagebehörden, dass Iossifov sein Geschäft gezielt auf kriminelle Kunden ausrichtete. Demnach bot er den Betrügern günstige Wechselkurse an und erlaubte Mitgliedern des Netzwerks, Bargeld gegen Kryptowährung zu tauschen, ohne Ausweisdokumente oder Nachweise zur Herkunft der Gelder vorzulegen.
Gerichtsunterlagen zufolge nahm er auf diese Weise mehr als 184.000 US-Dollar ein, nachdem er für vier Mitglieder des Netzwerks innerhalb von weniger als drei Jahren nahezu 5 Millionen US-Dollar gewaschen hatte. Das Gericht ordnete an, dass Iossifov mehr als 2,6 Millionen US-Dollar an die Opfer des früheren Schemas zurückzahlen muss. Außerdem soll er die Kryptowährung herausgeben, um die es im neuen Verfahren geht.
Falls er in den neuen Anklagepunkten schuldig gesprochen wird, drohen ihm nach Angaben der Ankläger bis zu 25 weitere Jahre Haft.
