Mit der Entscheidung des Obersten Gerichts bleibt das Berufungsurteil bestehen. Das Gericht hatte Aleksanteri Kivimäki wegen eines schweren Datenschutzverstoßes, versuchter Erpressung und der rechtswidrigen Verbreitung privater Informationen schuldig gesprochen. Nach Auffassung der Richter waren die Taten sorgfältig geplant, von finanziellem Gewinnstreben getrieben und verursachten außergewöhnlichen Schaden für eine große Zahl besonders schutzbedürftiger Opfer.

Nach Angaben des Gerichts hätten die Taten normalerweise die höchstmögliche Strafe gerechtfertigt. Die Haftstrafe wurde jedoch um einen Monat reduziert, weil Kivimäki mit einigen Betroffenen Entschädigungsvereinbarungen getroffen hatte.

Kivimäki hat die Tatvorwürfe im gesamten Verfahren bestritten. Er argumentierte, die Staatsanwaltschaft stütze sich weitgehend auf Indizien, stellte die digitalen Beweise in Frage, die ihn mit dem Angriff in Verbindung bringen sollten, und bestritt Vorwürfe zu Kryptowährungstransaktionen, die mit dem Erpressungsschema verknüpft worden waren.

Das Berufungsgericht hatte Kivimäki im September 2025 aus der Untersuchungshaft entlassen. Es begründete das damit, dass er bereits ausreichend Zeit in Haft verbracht habe und eine längere Inhaftierung seine Rechte verletzen könnte. Da der größte Teil der Strafe damit faktisch schon während des Wartens auf den Prozess verbüßt worden war, blieb er während des Berufungsverfahrens auf freiem Fuß.

Nun versuchen die finnischen Behörden, ihn ausfindig zu machen, damit er die verbleibende Reststrafe antritt. Die Polizei in Ost-Uusimaa teilte mit, die Fahndung sei auf Antrag der finnischen Strafvollzugsbehörde eingeleitet worden.

Der Angriff auf Vastaamo ereignete sich 2018, wurde aber erst 2020 öffentlich bekannt. Nach Darstellung des Falls versuchte der Angreifer zunächst, das Unternehmen zu erpressen, bevor er Geld direkt von Tausenden Patienten forderte.

Als viele Betroffene nicht zahlten, wurden vertrauliche Therapienotizen und andere hochsensible Unterlagen im Internet veröffentlicht. Die entwendete Datenbank enthielt Informationen zu rund 33.000 Patienten, und mehr als 24.000 Menschen meldeten, Erpressungsforderungen erhalten zu haben. Nach der Zahl der Opfer wurde der Fall zum größten Strafverfahren in der finnischen Geschichte; unter den Betroffenen waren viele Kinder sowie Menschen, die wegen schwerer psychischer Traumata behandelt wurden.