Der Senat hat Generalleutnant Joshua Rudd mit 71 zu 29 Stimmen bestätigt. Der 56-jährige Offizier wird künftig beide Organisationen in einer Doppelrolle leiten – ein System, das bereits mehrfach kritisiert wurde. Die lange Vakanz entstand, nachdem Luftwaffengeneral Timothy Haugh und sein stellvertretender Leiter der NSA im April entlassen wurden. Die Nachfolge von Hartman war umstritten, da Rudd bislang primär in Spezialeinheiten und im Indo-Pazifik-Kommando tätig war und keine operative Erfahrung in Cyberabwehr oder Signalaufklärung mitbringt.
Dieser Mangel an Fachkompetenz führte zu erheblicher Kritik im Senat. Senator Ron Wyden aus Oregon zwang die republikanische Führung, eine seltene öffentliche Abstimmung zu erzwingen. Der langjährige Datenschutzschütze und hochrangige Mitglied des Geheimdienstkomitees beunruhigte insbesondere Rudds vage Antworten zu möglichem Missbrauch von NSA-Überwachungsinstrumenten gegen US-Bürger ohne Gerichtsbeschluss. Der designierte General erklärte zwar seine Gesetzestreue, lehnte aber eine explizite Zusage ab.
Rudds Ernennung fällt in eine kritische Phase. Der Kongress bereitet derzeit die Erneuerung von Abschnitt 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act vor – eine zentrale Überwachungsbefugnis der NSA, die nächsten Monat ausläuft. Präsident Trump signalisierte Verhandlungspartnern bereits eine 18-monatige Verlängerung. Allerdings kündigte er montags auch an, eine Wahlbestimmung (SAVE American Act) an ein FISA-Erneuerungspapier anzuhängen – ein Schritt, der das gesamte Vorhaben gefährden könnte.
Bei seiner zweiten Bestätigungsanhörung betonte Rudd selbst die Bedeutung von Abschnitt 702 als “unverzichtbar”. Er signalisierte auch Offenheit für eine Neubewertung der umstrittenen Doppelrolle zwischen NSA und Cyber Command – ein Thema, das von mehreren Trump-Verbündeten schon lange kritisiert wird.
Intelligenzkomitee-Chef Tom Cotton bescheinigte Rudd in einer Stellungnahme, ein “Kriegsheld mit lebenslanger Dienst für unsere Nation” zu sein. Die Ernennung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Cyberbedrohungen durch Iran, Russland und China – eine Herausforderung, die gleichzeitig mit Trumps Absicht kollidiert, die Bundesverwaltung zu schrumpfen, auch bei NSA-Personal.
