Das LAPD legt die Zusammenarbeit mit Flock Safety auf Eis. Die Polizeibehörde von Los Angeles will den Vertrag mit dem Unternehmen für automatisierte Kennzeichenlesesysteme nicht verlängern, solange zentrale Fragen zur Kontrolle der gesammelten Daten ungeklärt sind.

Auslöser ist eine Prüfung durch den Inspector General. Sie drängte das Department dazu, die Nutzung der Flock-Technologie auszusetzen, bis durchsetzbare Vorgaben für Datenschutz und Sicherheit eingeführt sind. Wie 404 Media berichtet, kam die Prüfung außerdem zu dem Ergebnis, dass das LAPD in einem Zeitraum von zwei Monaten 161 Fahrzeughalter untersuchte, deren Fahrzeuge von Flock irrtümlich als gestohlen identifiziert worden waren.

LAPD-CIO Dean Gialamas benannte die Kernfrage offen: Entscheidend seien „sehr klare Bedingungen dazu, wem die Daten gehören und was mit den Daten geschieht, nachdem sie erhoben wurden“. Weiter erklärte er, das LAPD werde Flock nicht nutzen, „bis wir diese Bedenken zu Daten, Privatsphäre, Sicherheit und Weitergabe im Rahmen eines Vertragsverhältnisses ausgeräumt haben“.

Ein Sprecher des Departments bestätigte die Entscheidung, äußerte sich darüber hinaus aber nicht. Flock Safety reagierte überrascht. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete den Schritt des LAPD als „Überraschung“ und erklärte, man sei „zuversichtlich, dass wir in den laufenden Gesprächen mit dem LAPD die aktuellen Missverständnisse ausräumen können, die zu dieser enttäuschenden Pause geführt haben“.

Nach Darstellung von Flock arbeitet das Unternehmen mit dem LAPD daran, dass jede fortgesetzte Nutzung der Technologie „starke Datenschutzvorkehrungen, strenge Prüfbarkeit, klare Rechenschaftspflichten und angemessene Grenzen beim Datenzugriff“ umfasst.

Flock und vergleichbare ALPR-Systeme sind in den USA weit verbreitet. Tausende Polizeibehörden im ganzen Land setzen solche Technik in ihren Städten ein. Sie erleichtert es Beamten, Fahrzeuge zu verfolgen und die Standorte von Fahrzeughaltern mehrfach am Tag nachzuvollziehen.

In den vergangenen Monaten ist diese Technologie jedoch zunehmend umstritten geworden. Berichte thematisierten unter anderem, dass Flock seine Daten mit Einwanderungsbehörden geteilt habe. Außerdem wurde bekannt, dass eine lokale Behörde die Daten nutzte, um gegen eine Frau zu ermitteln, die verdächtigt wurde, eine Abtreibung vorgenommen zu haben. In mehreren Städten wurde Flock zudem eingesetzt, um Protestierende zu verfolgen.

Los Angeles ist die bislang größte Polizeibehörde, die sich von Flock abwendet. Das Unternehmen hat bereits Verträge in Gemeinden wie Seattle, Austin in Texas, Eugene in Oregon, Cambridge in Massachusetts und Dayton in Ohio verloren.