In der rund zweistündigen Anhörung widersetzte sich Clayton nach Darstellung des Quelltexts klaren Festlegungen bei Fragen zur Wahlsicherheit. Besonders umstritten war, ob er eindeutig sagen würde, dass Joe Biden die Präsidentschaftswahl 2020 gewonnen hat. Mark Warner aus Virginia, ranghöchster Demokrat im Ausschuss, sagte gegen Ende der Sitzung: „Ich bin zutiefst enttäuscht. Wir haben auf unzählige Arten versucht, Ihnen die Möglichkeit zu geben, einfach anzuerkennen, dass Joe Biden der Präsident war.“

Auch Senator Angus King aus Maine drängte auf eine direkte Antwort. Clayton erwiderte auf eine entsprechende Frage: „Wir haben unsere Verfahren durchlaufen, und Joe Biden wurde Präsident der Vereinigten Staaten.“ King entgegnete darauf, dies sei keine echte Antwort auf die Frage, ob Biden gewonnen habe. Der Quelltext beschreibt mehrere angespannte Wortwechsel zu der Frage, wer vor fast sechs Jahren ins Weiße Haus eingezogen ist.

Für viele Demokraten ist Wahlsicherheit mit Blick auf die Zwischenwahlen im November ein zentrales Thema. Dem Quelltext zufolge befürchten sie, Clayton könnte Trumps seit Langem laufende Bemühungen unterstützen, die Ergebnisse früherer und künftiger Wahlen zu untergraben. Trump will am Donnerstagabend landesweit in einer Hauptsendezeit-Rede auftreten; laut Quelltext wird weithin erwartet, dass er dabei erneut seine weiterhin unbelegten Betrugsvorwürfe zur Wahl 2020 gegen Biden aufgreift.

Clayton sagte, er habe keinen Einblick in den Inhalt der angekündigten Rede. Zugleich wurde er mit früheren Aussagen zum Wahlbetrug konfrontiert, obwohl Experten nach Angaben des Quelltexts keine Belege für weit verbreiteten Betrug an den Wahlurnen sehen. Clayton erklärte vor dem Ausschuss, die in vielen Fällen verfügbaren Prüfspuren bei Wahlen entsprächen nicht dem, was man bei einem derart wichtigen Vorgang erwarten würde. Außerdem sagte er, er glaube fest daran, dass es heute besseren Zugang und mehr Integrität geben könne als je zuvor und dass sich einige Strukturen rund um Wahlen bei der Integrität deutlich verbessern ließen.

Ein weiterer Themenblock betraf Claytons Entscheidung, mehrere Journalisten wegen ihrer Berichterstattung über das Air Force One-Flugzeug vorzuladen, das Katar Trump geschenkt hatte. Mehrere Politiker sehen darin laut Quelltext einen Einschüchterungsversuch und einen Angriff auf die Meinungsfreiheit. Auf Nachfrage von Senatorin Kirsten Gillibrand aus New York sagte Clayton: „Ich verstehe Ihre Bedenken. Ich bin mit dem Stand der Dinge zufrieden, und ich bin auch damit zufrieden, wie wir von hier aus weiter vorgehen.“

Abseits dieser Kontroversen streifte die Anhörung laut Quelltext größere nationale Sicherheitsfragen nur kurz. Dazu zählten Bedrohungen durch Russland, China und andere Staaten ebenso wie die laufenden Bemühungen, das Office of the Director of National Intelligence zu verkleinern. Keine inhaltlich vertiefte Debatte gab es über Abschnitt 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act, der im vergangenen Monat ausgelaufen ist.

Der Quelltext berichtet, dass Abgeordnete monatelang an einer Verlängerung der Regelung gearbeitet hatten. Sie erlaubt es US-Geheimdiensten, die digitale Kommunikation von Ausländern im Ausland ohne richterlichen Beschluss zu erfassen. Die Verhandlungen scheiterten jedoch, nachdem Trump den Wohnungsbaubeamten Bill Pulte zum kommissarischen DNI ernannt hatte. Pulte, den der Quelltext als glühenden Trump-Loyalisten ohne Militär- oder Geheimdiensterfahrung beschreibt, habe zahlreiche Geheimdienstmitarbeiter entlassen oder versetzt. In schriftlichen Antworten an den Ausschuss erklärte Clayton, er wolle verstehen, „wie wir die nachteiligen Auswirkungen auf unsere nationale Sicherheit durch das Auslaufen der 702-Befugnisse minimieren können.“