Nichirei Logistics Group rechnet nach eigenen Angaben damit, den Betrieb ab Freitag schrittweise wiederherzustellen. Einen Zeitpunkt für die vollständige Rückkehr zum Normalbetrieb nannte das Unternehmen nicht. Bestätigt ist bislang, dass der Angriff Lagerprozesse und den Versand von Tiefkühlwaren beeinträchtigt hat.

Im Zuge der laufenden Untersuchung stellte Nichirei außerdem fest, dass sich auf einigen der betroffenen Server personenbezogene Daten befanden. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Japans Datenschutzbehörden informiert. In seiner Erklärung teilte Nichirei mit: „Sollte sich ein Abfluss bestätigen, wird das Unternehmen dies umgehend melden.“ Ob tatsächlich Daten abgeflossen sind, ist bislang also offen.

Wer hinter dem Angriff steckt und wie die Täter Zugriff erlangten, hat Nichirei nicht öffentlich gemacht. Das Unternehmen erklärte, technische Details aus Sicherheitsgründen zurückzuhalten. Ebenso bleibt unklar, ob Ransomware eine Rolle spielte.

Besonders sichtbar sind die Auswirkungen bei KFC Japan. Das Unternehmen erklärte, ein unbefugter Zugriff auf die Systeme von Nichirei habe die Lieferung von Zutaten gestört, darunter auch das für die Kette zentrale „Original Recipe“-Hähnchen. Betroffen seien alle mehr als 1.300 Restaurants in Japan. KFC warnte daher vor möglichen Engpässen bei Zutaten, eingeschränkten Speisekarten, verkürzten Öffnungszeiten und vorübergehenden Schließungen – abhängig von den vorhandenen Beständen.

Zusätzlich setzte KFC die Online-Bestellung über Website und mobile App vorübergehend aus. Zur Begründung hieß es, derzeit lasse sich nicht vorhersagen, wann sich die Lieferungen wieder normalisieren. Das Unternehmen ergänzte: „Es ist schwierig, Bestellungen wie aufgegeben auszuliefern. Wir passen die Lieferung einiger Produkte an.“

Auch andere Unternehmen meldeten unmittelbare Folgen. Genannt werden die Bento-Kette Hotto Motto, der Restaurantbetreiber Yayoi Ken und die Sushi-Kette Kura Sushi. Der Handelskonzern Aeon teilte laut lokalen Medien mit, dass einige seiner Supermärkte unter Produktknappheit leiden. Der Tiefkühlkosthersteller TableMark erklärte, er habe Produkte weder an Einzelhändler noch an gewerbliche Kunden ausliefern können.

Der Vorfall reiht sich in weitere bekannt gewordene Cyberangriffe auf große japanische Unternehmen in den vergangenen Wochen ein. Dazu zählen laut dem Quelltext der Telekommunikationsanbieter KDDI, die japanische Einheit des Versicherers Aflac, der Elektronikhersteller Nidec und der Brauer Sapporo Holdings. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen diesen Vorfällen gibt es demnach nicht.