Die britische National Crime Agency hat die Verurteilung von Thalha Jubair und Owen Flowers als wichtigen Schlag gegen Scattered Spider dargestellt. Beide wurden wegen ihrer Beteiligung an dem Angriff auf Transport for London im Jahr 2024 verfolgt. Laut NCA verursachte die Attacke erhebliche Betriebsstörungen und Kosten von 29 Millionen Pfund, umgerechnet 39 Millionen US-Dollar.

Jubair ist 20 Jahre alt, Flowers 18. Festgenommen wurden sie im September 2025. Zunächst bestritten beide die Vorwürfe, legten zum Start ihres Prozesses im Juni aber doch Geständnisse ab. Am Donnerstag wurden sie daraufhin jeweils zu fünf Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Die Behörden bezeichneten das Verfahren als „die größte Cybercrime-Strafverfolgung, die je vor britischen Gerichten verhandelt wurde“. Die NCA erklärte nach dem Urteil, dass andere Cyberkriminelle zwar weiterhin den beschädigten Namen Scattered Spider nutzen könnten, das Vorgehen gegen Jubair und Flowers die kriminellen Aktivitäten der Gruppe aber faktisch gestoppt habe.

Zur Untermauerung verwies die Behörde auf eine unabhängige Bewertung und auf Microsoft. Nach Angaben der NCA bestätigte Microsoft, dass die Festnahmen die Fähigkeit der Gruppe, weiterhin cyberkriminelle Operationen durchzuführen, wesentlich beeinträchtigt hätten.

Trotz mehrerer Festnahmen im vergangenen Jahr hatten Akteure unter dem Namen Scattered Spider noch in den ersten Monaten des Jahres 2026 die Verantwortung für Cyberangriffe übernommen. In den vergangenen Monaten wurden jedoch keine neuen Angriffe bekanntgegeben.

Die Strafverfolgung gegen mutmaßliche weitere Mitglieder der Gruppe läuft unterdessen weiter. Ein Verdächtiger, der 19-jährige Peter Stokes mit US-estnischer Staatsbürgerschaft, wurde kürzlich an die USA ausgeliefert, wo er sich nun Anklagen stellen soll.

Auch Tyler Buchanan, ein britischer Staatsangehöriger, der den Behörden zufolge zur Cybercrime-Bande gehört haben soll, bekannte sich im April vor einem US-Gericht schuldig.