Nichirei will die durch den Cyberangriff beeinträchtigten Geschäftsprozesse ab Freitag schrittweise wieder anlaufen lassen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in einer Mitteilung mit. Einen Zeitpunkt, wann alle Dienste wieder vollständig betriebsfähig sein werden, nannte der Konzern nicht.

Als unmittelbare Reaktion auf den Angriff hatte Nichirei am 13. Juli seine Systeme vom Netz getrennt. Diese Maßnahme wirkte sich auf die Kühlhausstandorte der Nichirei Logistics Group und auf Versandprozesse bei Nichirei Foods aus. Nach Berichten lokaler Medien traf die Störung auch mehrere Restaurantketten, Händler und Lieferdienste.

Nichirei ist ein in Tokio ansässiger Konzern und zählt in Japan zu den großen Anbietern von Tiefkühlkost. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen Kühlhauslager und ist weltweit über 80 Tochtergesellschaften vertreten. Vor diesem Hintergrund hat der Vorfall nicht nur interne Abläufe betroffen, sondern auch nachgelagerte Logistik- und Lieferkettenprozesse.

Nach Angaben des Unternehmens hat die laufende Untersuchung ergeben, dass Hacker im Zuge des Angriffs auf Server zielten. Zudem teilte Nichirei mit, dass auf einigen der betroffenen Systeme personenbezogene Informationen gespeichert waren. Das Unternehmen erklärte dazu, es habe deshalb „eine erste Meldung bei der Personal Information Protection Commission als Vorfall mit möglicher Weitergabe von Daten eingereicht“. Weiter hieß es, die Untersuchung werde fortgesetzt, und „sollte sich eine Weitergabe bestätigen, wird das Unternehmen die betroffenen Parteien umgehend informieren“.

Weitere technische Einzelheiten hält Nichirei nach eigenen Angaben vorsorglich zurück. Deshalb ist derzeit unklar, ob hinter dem Angriff eine bekannte Ransomware-Gruppe oder eine Gruppe für digitale Erpressung steckt.

Außerdem prüft das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit die Auswirkungen des Vorfalls auf den konsolidierten Finanzabschluss. Sollte dabei ein wesentlicher Effekt festgestellt werden, will Nichirei diesen offenlegen.