Chmara ist Generalmajor und führt den Sicherheitsdienst der Ukraine, den SBU, seit Januar kommissarisch. Er übernahm das Amt nach der Entlassung seines Vorgängers Wassyl Maljuk. Zuvor leitete er das Alpha Special Operations Center des SBU, eine Eliteeinheit für Antiterroroperationen und nachrichtendienstliche Unterstützung. Dem Quelltext zufolge war die Einheit auch an einigen ukrainischen Langstreckenangriffen auf russische Ziele beteiligt.
Zu Beginn der russischen Vollinvasion im Jahr 2022 nahm Chmara zudem an Operationen teil, mit denen russische Truppen aus der Region Kyjiw zurückgedrängt wurden. Selenskyj begründete seine Entscheidung damit, dass Chmara durch die Leitung technologiegestützter Langstreckenangriffe für die Führung der ukrainischen Verteidigung im Krieg besonders geeignet sei.
Wörtlich erklärte Selenskyj, Chmara habe „umfangreiche — und in vieler Hinsicht beispiellose — Erfahrung bei der Durchführung technologiegestützter Schlagoperationen gesammelt. Genau darauf sollte sich unsere Verteidigung in diesem Krieg konzentrieren.“
Mit Chmaras Ernennung wird erwartet, dass sein erster Stellvertreter Oleksandr Poklad kommissarischer Leiter des SBU wird. Zugleich zog die Personalie umgehend rechtliche Fragen nach sich. Mehrere ukrainische Abgeordnete stellten infrage, ob die Ernennung mit dem Gesetz vereinbar ist. Sie verwiesen darauf, dass das ukrainische Recht verlange, dass der Verteidigungsminister und die stellvertretenden Verteidigungsminister Zivilisten und keine aktiven Militärangehörigen sein müssen.
Die Kontroverse fällt in eine ohnehin angespannte innenpolitische Lage. Auslöser war Selenskyjs Entlassung von Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister zu Beginn der Woche. Die Entscheidung führte laut Quelltext zu breiter öffentlicher Empörung und zu Demonstrationen in der Hauptstadt sowie in weiteren Städten.
Während das Parlament am Donnerstag den Großteil der neuen Regierung bestätigte, blieben das Verteidigungs- und das Außenministerium zunächst ohne reguläre Besetzung. Grund dafür ist laut Quelltext, dass Kandidaten für diese beiden Ämter nach ukrainischem Recht separat vom Präsidenten vorgeschlagen werden müssen.
