Mit der Finanzierung über insgesamt 61 Millionen Dollar tritt Jazz erstmals öffentlich in Erscheinung. Die Seed- und Series-A-Runden wurden von Glilot Capital Partners und Team8 angeführt. Zusätzliche Unterstützung kam von Encoded Ventures, MassMutual Ventures, Merlin Ventures, Ten Eleven Ventures sowie Angel-Investoren.

Gegründet wurde das Unternehmen 2024 von Veteranen des israelischen Nachrichtendienstes; der Sitz ist in Tel Aviv. Jazz will die Data Loss Prevention von einem regelbasierten Kontrollmechanismus zu einem System umbauen, das die tatsächliche Datennutzung versteht und Absicht, Kontext und Risiko nachvollziehbar macht.

Technisch setzt das Startup auf einen forensischen Endpoint-Agenten, der sichtbar machen soll, wie Daten verwendet werden. Ergänzt wird dieser durch einen autonomen, als “Agentic Investigator” bezeichneten Ermittler. Dieser lernt nach Darstellung des Unternehmens Geschäftsprozesse, analysiert den Kontext von Nutzern, Daten, Systemen und Abläufen, um die dahinterstehende Absicht zu bestimmen, und unterscheidet so zwischen legitimen Arbeitsabläufen und echten Risiken.

Laut Jazz reduziert dieser Ansatz die tägliche DLP-bedingte Alarmflut in großen Unternehmen auf ein Minimum, sodass sich Sicherheitsteams auf die wirklich relevanten Vorfälle konzentrieren können.

CEO und Mitgründer Ido Livneh begründet das mit den Schwächen herkömmlicher Lösungen: Klassische DLP beruhe auf starren Regeln, die nicht erfassten, wie moderne Arbeit tatsächlich ablaufe. Dadurch ertränken Teams in Alarmen, während echte Risiken durchrutschten. Jazz verstehe stattdessen bei jedem Vorfall Absicht und Kontext genau und senke so das Risiko spürbar, ohne das Geschäft auszubremsen.

Nach eigenen Angaben arbeitet Jazz bereits mit Dutzenden Kunden zusammen und will nun global im Enterprise-Segment wachsen. Das neue Kapital soll dafür den Ausbau der Teams in Entwicklung, Forschung und Markteintritt ermöglichen.