Ostium betreibt eine dezentrale Handelsplattform auf der Blockchain-Skalierungslösung Arbitrum. Nutzer können dort direkt aus einer Kryptowallet auf die Preisentwicklung traditioneller und digitaler Vermögenswerte spekulieren. Die Preisversorgung des Protokolls erfolgt über externe Datenfeeds, abgerechnet werden Geschäfte in USDC, einer Kryptowährung mit Bindung im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar.

Nach der jüngsten Mitteilung von Ostium richtete sich der Angriff gegen genau diese Off-Chain-Infrastruktur zur Preisversorgung. Die manipulierten Preisdaten ermöglichten es den Angreifern demnach, auf Kosten des Tresors des Liquiditätsanbieters Gewinne zu erzielen. Das Unternehmen hatte seine Community zunächst darüber informiert, dass der Handel wegen eines Sicherheitsvorfalls pausiert werden müsse. Zugleich teilte Ostium mit, die zuständigen Behörden informiert zu haben und die Bewegung der gestohlenen Gelder zu verfolgen.

Wichtig ist aus Sicht der Plattform die Abgrenzung zu den Geldern der regulären Nutzer. Ostium betont, dass die Handelsbeträge für gehebelte Positionen in einem separaten Smart Contract gespeichert sind und von dem Vorfall nicht betroffen waren. Auch die von gewöhnlichen Händlern hinterlegten Sicherheiten seien nicht gestohlen worden. Bereits offene Long- und Short-Positionen bleiben laut Unternehmen im System erfasst.

Praktisch sind diese Positionen derzeit jedoch eingefroren. Ostium erklärt, der gesamte Handel sei innerhalb von 60 Minuten nach der ersten Exploit-Transaktion gestoppt worden. Fünf Tage nach dem Vorfall blieb der Handel weiterhin ausgesetzt. Das Unternehmen kündigte an, mindestens 24 Stunden vor einer Wiederaufnahme des Betriebs Bescheid zu geben. Bei der Wiedereröffnung sollen die Positionen zum dann geltenden Eröffnungspreis bewertet werden.

Hinweise zur Bewegung der Beute lieferte das Blockchain-Sicherheitsunternehmen PeckShieldAlert. Demnach tauschte der Ausnutzer die gestohlenen USDC gegen 12.080 Ethereum und zahlte anschließend 10.540 Ethereum bei TornadoCash ein, einem Krypto-Mixer.

Ostium arbeitet nach eigenen Angaben derzeit daran, die betroffene Infrastruktur abzusichern und einen weiteren Weg für Liquiditätsanbieter festzulegen. Außerdem kündigte das Unternehmen für die kommenden Tage eine Nachanalyse mit technischen Details an.