Defused Cyber zufolge wird CVE-2026-6875 inzwischen aktiv ausgenutzt. Das Threat-Intelligence-Unternehmen teilte auf X mit, es beobachte Angriffe auf die Schwachstelle in freier Wildbahn. Die Lücke betrifft die ServiceNow AI Platform und ist mit einem CVSS-Wert von 9,5 als kritisch eingestuft.

Technisch handelt es sich um eine Sandbox-Escape-Schwachstelle. Laut der Beschreibung kann ein nicht authentifizierter Angreifer darüber beliebigen Code ausführen. Searchlight Cyber, das weitere technische Einzelheiten veröffentlicht hat, erklärte zudem, die Schwachstelle ermögliche eine vollständige Kompromittierung der ServiceNow-Instanz sowie sämtlicher verbundenen Proxy-Server.

Searchlight Cyber zufolge wurde der Fehler am 1. April 2026 an ServiceNow gemeldet. ServiceNow stellte im Laufe des Juni Sicherheitsupdates für die betroffenen Versionen bereit. Welche Builds gepatcht wurden, erwähnt der vorliegende Bericht nur insofern, als die Aktualisierungen gestaffelt im Juni ausgeliefert wurden.

Nach Angaben von Defused Cyber zielen die aktuellen Ausnutzungsversuche auf denselben Endpunkt vor der Anmeldung, „/assessment_thanks.do“, und verwenden dafür HTTP-POST-Anfragen. Der beobachtete Angriffsweg unterscheidet sich dabei von der im Proof-of-Concept dokumentierten Methode: Laut Defused Cyber führt das verwendete Sandbox-Escape-Gadget über eine andere Route zur selben Möglichkeit der Codeausführung.

Neben der Bereitstellung eines Patches verschärft ServiceNow auch die Absicherung der Instanzen. Der Sicherheitsforscher Adam Kues erklärte, das Unternehmen schränke „die Art von Code, der in Sandbox-Kontexten ausgeführt werden kann, stark ein“.

Vor dem Hintergrund der aktiven Ausnutzung richtet sich die Warnung vor allem an Kunden mit selbst gehosteten Versionen. Sie sollen die bereitgestellten Korrekturen einspielen, sofern dies noch nicht geschehen ist.