Die Beschlagnahmungen in den USA erfolgten im Rahmen von „Operation Offsides“. Das US-Justizministerium bezeichnet die Aktion als gemeinsame Strafverfolgungsmaßnahme unter Leitung des IPR Center in Abstimmung mit HSI Washington. Beteiligt waren 14 Partner in 54 Ländern. Bis zum Ende des vergangenen Monats seien dabei fast 400 Web-Domains erfasst worden.
Laut dem Justizministerium beschlagnahmte die Criminal Division mehr als tausend Domains. Die Behörden identifizierten die betroffenen Adressen mithilfe von Hinweisen von US-Behörden, der FIFA, der ACE sowie von beIN Media Group, NBCUniversal, UFC und Warner Bros.
A. Tysen Duva, Assistant Attorney General, erklärte, „Operation Offsides“ sei Teil der laufenden Bemühungen des Ministeriums, Urheberrechte zu schützen und zugleich das Risiko für amerikanische Verbraucher zu senken, das von Schadsoftware ausgehe, die in vielen illegalen Streaming-Diensten eingebettet sei. Eric Weindorf, zuständiger HSI-Special-Agent, sagte, solche Angebote verstießen nicht nur gegen Urheberrechtsgesetze, sondern setzten Zuschauer auch möglichen Gefahren aus, darunter Malware-Angriffe und unsichere Verbindungen, die persönliche und finanzielle Daten gefährden könnten.
Parallel dazu setzten Strafverfolger in Abstimmung mit dem International Computer Hacking and Intellectual Property Program des Justizministeriums auch „Operation Red Card“ um. Dabei wurden in Argentinien, Ecuador, Peru, Brasilien, der Dominikanischen Republik und Kolumbien Hunderte illegale Streaming-Seiten blockiert.
Eine zweite Phase von „Operation Red Card“, die am 10. Juli in Kolumbien startete, führte außerdem zur Festnahme von vier Mitgliedern der Cybercrime-Gruppe Los Ciberinfiltrados. Ihnen wird vorgeworfen, seit mindestens 2024 unrechtmäßig auf Telekommunikationssysteme zugegriffen und raubkopierte Streaming-Inhalte verkauft zu haben.
Ivan J. Arvelo, Direktor des IPR Center, erklärte, die unbefugte Übertragung von World-Cup-Spielen verletze geistige Eigentumsrechte und stärke kriminelle Organisationen. Durch „Operation Offsides“ und die Zusammenarbeit mit Strafverfolgern und Privatwirtschaft habe man Hunderte Domains identifiziert und beschlagnahmt und so Akteure gestört, die urheberrechtlich geschützte Inhalte stehlen und verbreiten.
Die Ankündigung folgt auf eine FBI-Warnung aus dem Mai. Damals hatte die Behörde auf gefälschte Websites hingewiesen, die sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2026 als FIFA-Angebote ausgaben, gefälschte Tickets und Hospitality-Pakete verkauften, persönliche und finanzielle Informationen stahlen und weitere Betrugsversuche rund um das Turnier betrieben.
Bereits im Juni hatten außerdem mexikanische Behörden 44 Domains abgeschaltet, die mit der illegalen Streaming-Plattform PirloTV und einem großen Sportpiraterie-Ring in Verbindung gebracht wurden. Diese Domains verzeichneten zusammen nach Behördenangaben mehr als 950 Millionen Besuche pro Jahr, darunter rund 230 Millionen aus Mexiko allein.
