Die National Communications Commission kündigte am Montag an, dass die Drosselung der mobilen Datendienste Teil der Urban Resilience Exercises ist. Betroffen sind 14 Städte und Landkreise in Nord- und Zentraltaiwan. Die Maßnahme soll für 30 Minuten gelten.
Lokalen Medien zufolge, die sich auf staatliche Planungsdokumente stützen, wird die Geschwindigkeit von 4G- und 5G-Mobilfunkdaten auf rund ein Prozent des üblichen Niveaus reduziert. Dadurch werden Videostreaming, Videoanrufe, soziale Medien und die Übertragung großer Dateien voraussichtlich kaum noch nutzbar sein. Unverändert verfügbar bleiben sollen dagegen Sprachanrufe, Textnachrichten, Notfallwarnungen und Anrufe bei Notdiensten.
Die Behörden stellten klar, dass es sich nicht um eine Internetabschaltung handelt. Festnetz-Breitband, WLAN, klassische Telefon-Festnetzdienste, militärische Kommunikation und andere dedizierte Netze sollen normal weiterlaufen.
Wie lokale Beamte laut Reuters und Bloomberg bei einem Briefing in Taipeh erklärten, soll die Übung die Bevölkerung darauf vorbereiten, auf alternative Kanäle auszuweichen, wenn mobile Datennetze unzuverlässig werden. Entsprechend rufen die Behörden die Einwohner dazu auf, Offline-Karten herunterzuladen, für geplante Online-Termine auf WLAN auszuweichen und Ausweichpläne für die Kontaktaufnahme mit Familienangehörigen in Notlagen festzulegen.
Die Kommunikationsprobe ist Teil der jährlichen Urban Resilience Exercises, die in die Han-Kuang-Operation eingebettet sind. Neben dem Test der Kommunikationsnetze werden dabei auch die Evakuierung von Zivilisten, der Ausbau medizinischer Notfallkapazitäten und der Einsatz von Drohnen zur Lieferung von Versorgungsgütern und medizinischer Ausrüstung geprobt.
Das taiwanische Verteidigungsministerium erklärte, die Übung solle auch klären, ob ähnliche Tests auf weitere Teile der Insel ausgeweitet werden sollten. Der Schritt fällt in eine Phase, in der Taiwan der Widerstandsfähigkeit gegenüber militärischen Konflikten und Naturkatastrophen wie Taifunen und Erdbeben mehr Gewicht gibt. In den vergangenen Jahren kam es auf der Insel mehrfach zu Störungen bei Untersee-Kommunikationskabeln.
