Im Zentrum des Vorfalls steht die offizielle Website des kenianischen Präsidenten. Während des Angriffs am Samstag wurde die Startseite manipuliert und durch eine Nachricht ersetzt, die sich gegen die Regierung richtete. Zusätzlich blendeten die Angreifer eine Kryptowallet-Adresse ein und verlangten fünf Bitcoin, was im Quelltext mit rund 330.000 US-Dollar beziffert wird.
Die Täter drohten nach dem Austausch der Startseite damit, nicht näher benannte Informationen über Präsident William Ruto zu veröffentlichen, falls die Forderung nicht erfüllt werde. Wer hinter dem Angriff steckt, ist bisher nicht bekannt. Ebenso gibt es nach bisherigem Stand keine Belege dafür, dass die Angreifer tatsächlich über sensible Regierungsinformationen verfügen oder Daten öffentlich gemacht haben.
William Kabogo, Cabinet Secretary für Information, Communications and the Digital Economy, bestätigte den Cyberangriff am Wochenende in einer Stellungnahme. Er sagte, der Zugriff auf die Präsidenten-Website sei vorsorglich vorübergehend eingeschränkt worden, um Maßnahmen zur Eindämmung, forensischen Untersuchung und Wiederherstellung zu unterstützen.
Kabogo erklärte zudem, die Behörden hätten keine Hinweise auf unbefugten Zugriff auf sensible Daten, auf Datenabfluss oder auf einen Verlust von Informationen gefunden. Nach seinen Angaben blieben die Regierungssysteme und digitalen Dienste sicher und funktionsfähig.
In sozialen Netzwerken verbreitete Bildschirmfotos der manipulierten Website zeigten außerdem, dass die Angreifer ihre Botschaft als ihre „dritte“ Warnung an den Präsidenten darstellten, bevor sie mit einer Datenveröffentlichung drohten. Bestätigt ist diese Behauptung durch die Behörden allerdings nicht. Ein verifizierter Datenabfluss wurde bislang nicht öffentlich bekannt.
Laut lokalen Medien war die Website bis Montag wieder erreichbar. Der Vorfall reiht sich in frühere Cyberereignisse gegen kenianische Regierungsseiten ein.
Bereits im November 2025 hatte ein koordinierter Cyberangriff mehrere Regierungswebsites vorübergehend beeinträchtigt, darunter die Seite des Präsidenten sowie Websites der Ministerien für Inneres, Gesundheit, Bildung, Energie, Arbeit und Wasser. Damals wurden mehrere Ministeriumsseiten mit Parolen von weißen Suprematisten verunstaltet, darunter „Wir werden wieder aufsteigen“, „Weiße Macht weltweit“ und „14:88 Heil Hitler“.
