CVE-2026-0770 betrifft Langflow, ein visuelles Framework zum Erstellen von KI-Agenten. CISA ordnete am Dienstag an, dass US-Behörden die Behebung der Lücke priorisieren. Die Schwachstelle gilt als kritisch und erlaubt laut den Forschern von Trend Micro, die sie entdeckt und gemeldet haben, eine Remote-Code-Ausführung als Root ohne vorherige Anmeldung.
Trend Micro führt die Ursache auf die Verarbeitung des Parameters „exec_globals“ am Endpunkt zur Validierung zurück. „Die konkrete Schwachstelle liegt in der Verarbeitung des an den Validierungsendpunkt übergebenen Parameters ‚exec_globals‘“, erklärten die Forscher. Das Problem entstehe dadurch, dass eine Ressource aus einem nicht vertrauenswürdigen Kontrollbereich eingebunden werde. Ein Angreifer könne die Lücke ausnutzen, um Code im Kontext von Root auszuführen.
Nach Angaben des Schwachstellen-Intelligence-Anbieters KEVIntel wurde die Ausnutzung von CVE-2026-0770 in freier Wildbahn erstmals am 27. Juni beobachtet. Noch vor der Aufnahme in den KEV-Katalog registrierte das Unternehmen mehr als 220 Ausnutzungsversuche von 64 unterschiedlichen Quell-IP-Adressen.
Ryan Dewhurst, Gründer von KEVIntel, sagte gegenüber BleepingComputer, dass sich die Aktivitäten nicht auf einfache Schwachstellenprüfungen beschränkten. Beobachtet worden seien auch schädliche Nutzlasten, die Schadsoftware nachladen sollten und auf AWS-Zugangsdaten, Umgebungsvariablen sowie Container-Metadaten zielten. „Die meisten Aktivitäten umfassten Prüfungen zur Befehlsausführung oder Systemaufklärung. KEVIntel beobachtete jedoch auch Versuche, Skripte einer zweiten Stufe herunterzuladen und auf Umgebungsvariablen, Cloud-Metadaten und Anmeldedateien zuzugreifen“, sagte Dewhurst.
KEVIntel rät Organisationen, die Langflow betreiben, historische Anfragen an „/api/v1/validate/code“ zu untersuchen, Host-Aktivitäten zu prüfen, den Zugriff auf die Validierungsfunktion einzuschränken und offengelegte Zugangsdaten zu rotieren, wenn sich eine erfolgreiche Ausführung nicht ausschließen lässt.
Mit der Aufnahme in den KEV-Katalog verpflichtete CISA die Behörden des Federal Civilian Executive Branch, ihre Systeme bis Freitag abzusichern. Grundlage ist die Binding Operational Directive 26-04. Die Behörde warnte, dieser Schwachstellentyp sei ein häufiger Angriffsvektor für böswillige Cyberakteure und berge erhebliche Risiken für die Bundesverwaltung. Zudem seien die Verantwortlichen angehalten, die Internet-Erreichbarkeit jedes einzelnen Assets zu bewerten und die Patch-Vorgaben der Richtlinie einzuhalten.
CISA hat in den vergangenen Jahren bereits weitere in freier Wildbahn ausgenutzte Langflow-Schwachstellen markiert. Dazu zählen ein Authentifizierungsfehler durch fehlende Anmeldung mit der Kennung CVE-2025-3248 im Mai 2025, eine Code-Injection-Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-33017 im März 2026 sowie eine IDOR-Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-55255 in diesem Monat.
Außerdem bestätigte CISA, dass CVE-2025-3248 in Ransomware-Angriffen ausgenutzt wird, nachdem das Cloud-Sicherheitsunternehmen Sysdig berichtet hatte, dass die Ransomware-Gruppe JadePuffer die Lücke nutzt, um Langflow-PostgreSQL-Datenbanken zu kopieren.
