Nach Darstellung der südkoreanischen Regierung wurden „personenbezogene Daten von aktuellen und früheren Beschäftigten der Zentrale des Außenministeriums und der Auslandsvertretungen sowie weiterer Mitarbeiter zwischen April 2025 und Februar 2026 offengelegt“. Ursache war demnach die Ausnutzung einer Schwachstelle auf einem Server der National Diplomatic Academy durch einen bislang unbekannten Bedrohungsakteur.

Das Außenministerium geht davon aus, dass zu den abgeflossenen Informationen Kennungen, Namen, E-Mail-Adressen und verschlüsselte Passwörter von Personen gehören, die in dem Bildungssystem registriert waren. Nicht betroffen seien hingegen eindeutige Identifikationsnummern, sensible Informationen, Mobiltelefonnummern, Fotografien oder Privatadressen.

Als Mindestzahl nennt die Regierung 6.000 Betroffene. Davon seien 350 aktuell im Ausland eingesetzte Regierungsattachés. Koreanische Medien berichteten allerdings, die Zahl könne auch bei bis zu 10.000 liegen, während andere Quellen von einer geringeren Zahl sprechen. Dieselben Berichte erwähnen zudem, dass offizielle Dienstbezeichnungen und Abteilungszugehörigkeiten offengelegt wurden.

Entdeckt wurde der Vorfall nach diesen Berichten im Februar 2026 vom National Intelligence Service des Landes, der das Außenministerium über die Kompromittierung informiert habe. Ein Grund dafür, dass der Angriff so lange unbemerkt blieb, soll demnach gewesen sein, dass sich der betroffene Server innerhalb der Zentrale des Außenministeriums befand und von regulären Sicherheitsprüfungen ausgenommen war.

Das Ministerium hat den Zugang zum Online-Bildungssystem inzwischen blockiert und zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit umgesetzt. Potenziell betroffene Personen wurden angewiesen, auf verdächtige Kontaktaufnahmen zu achten und diese umgehend an die Sicherheitsabteilung des Ministeriums zu melden. Das Außenministerium warnt dabei ausdrücklich: „Bitte lassen Sie besondere Vorsicht walten, wenn Sie E-Mails aus unklaren oder unbekannten Quellen erhalten.“

Warum die Offenlegung erst deutlich nach der internen Entdeckung erfolgte, erläuterte ein Sprecher des Außenministeriums in einer Presseunterrichtung. Park Il sagte: „Wir haben dieses Problem im Februar erkannt, es aber erst fünf Monate später bekanntgegeben, weil die Angelegenheit im Hinblick auf unsere diplomatischen und sicherheitsbezogenen Belange sensibel ist und eine sorgfältige Prüfung und Analyse erforderte.“