Laut Microsoft kann die Störung dazu führen, dass einige Nutzer keine E-Mails mehr empfangen, weil ihre Postfächer fälschlich unter Quarantäne stehen. Wer Nachrichten an diese Postfächer sendet, kann zudem einen Unzustellbarkeitsbericht erhalten.

Als Ursache nennt das Unternehmen eine jüngste Änderung an der Infrastruktur. Diese habe durch unerwartete Ergebnisse bei Indexierungsdaten einen übermäßigen Speicherverbrauch verursacht. Daraus sei ein Zustand mit ausgeschöpftem Arbeitsspeicher entstanden, der die fehlerhafte Quarantäne der Postfächer ausgelöst habe.

Microsoft erklärte außerdem, dass es sich um ein Wiederauftreten eines früheren Problems handelt, das unter EX1434354 verfolgt wurde. Für die vollständige Wiederherstellung seien zusätzliche Maßnahmen erforderlich gewesen.

Die laufende Bereinigung der überzähligen Indexierungsdaten komme nach Angaben des Unternehmens schrittweise voran. Der Fortschritt sei bis Mittwochnachmittag bei 66 Prozent gelegen und bis Mittwochabend auf 72 Prozent gestiegen. Parallel würden Postfächer nach und nach aus der Quarantäne genommen, um die Wiederherstellung zu beschleunigen, sobald die Speicherwerte in verschiedenen Regionen geprüft seien.

Einen Zeitplan für die vollständige Behebung hat Microsoft bislang nicht genannt. Das Unternehmen kündigte lediglich an, einen solchen in einem späteren Update nachzureichen. Das nächste Update zu EX1436407 ist für später am heutigen Tag um 18 Uhr UTC vorgesehen.

Welche Regionen konkret betroffen sind und wie viele Kunden Auswirkungen spüren, hat Microsoft bisher nicht offengelegt. Das Unternehmen hat den Vorgang jedoch als Vorfall eingestuft, was üblicherweise auf spürbare Beeinträchtigungen für Nutzer hindeutet.

In den vergangenen Jahren musste Microsoft mehrfach Probleme beheben, bei denen E-Mails in Exchange Online in Quarantäne landeten oder fälschlich als Spam oder schädlich markiert wurden. So führte ein Fehler in Exchange Online im März 2025 dazu, dass Anti-Spam-Systeme E-Mails mancher Nutzer irrtümlich in Quarantäne verschoben. Im Mai 2025 markierte ein Modell für maschinelles Lernen E-Mails von Gmail-Konten fälschlich als Spam.

Jüngst blockierte im September ein Problem in einem Anti-Spam-Dienst bei Exchange Online und Microsoft Teams das Öffnen von URLs und setzte E-Mails irrtümlich unter Quarantäne. Ein weiteres Problem in Exchange Online hatte Microsoft im Februar behoben, nachdem fehlerhafte heuristische Erkennungsregeln zur Abwehr von Phishing-Kampagnen mit Zugangsdaten Tausende legitime URLs fälschlich als Phishing-Links eingestuft hatten.