Der Beitrag beschreibt gefälschte Maschinenidentitäten als Gegenstück zum synthetischen Identitätsbetrug bei Menschen. Während Sicherheitsteams viel Aufwand darauf verwendeten, NHIs vor Diebstahl zu schützen, werde das Risiko laut Text seltener diskutiert, dass Identitäten von Anfang an nie legitim angelegt wurden. Statt ein bestehendes Servicekonto zu übernehmen, könne ein Angreifer ein neues Konto mit administrativen Rechten anlegen, eine ähnliche Namensstruktur wählen, Privilegien vergeben und es unbemerkt im Bestand belassen.
Besonders problematisch sei, dass keine reale Besitzerin oder kein realer Besitzer existiert, die oder der verdächtige Nutzung bemerken könnte. Bei gestohlenen Identitäten könnten ungewohnte Anmeldungen oder Hinweise auf geleakte Zugangsdaten Alarm auslösen. Eine erfundene Identität ohne menschliche Zuordnung verursache solche Signale nicht. Da die Zahl der NHIs nach Darstellung des Beitrags schnell wächst und menschliche Nutzer bereits übertrifft, falle eine unüberwachte Identität in vielen Unternehmen womöglich nicht als Ausreißer auf.
Neu seien die einzelnen Techniken laut Text nicht. Neu sei vielmehr, sie als Muster zu betrachten, bei dem eine glaubwürdig wirkende, aber unrechtmäßige Identität in eine Umgebung eingeschleust wird, die ihr vertraut. Davon grenzt der Beitrag das Konzept der „synthetischen Persona“ ab, das von der NHI Management Group als erfundene Identität beschrieben wird, die für Menschen glaubwürdig wirken und diese über gefälschte Profile oder Social-Engineering-Taktiken täuschen soll. Eine gefälschte Maschinenidentität sei das Gegenteil davon: keine falsche menschliche Figur, sondern eine künstlich eingefügte Maschinenidentität innerhalb von Systemen, ausgestattet mit realen Rechten.
Als weiterer Faktor kommt laut Beitrag agentische KI hinzu. Bis vor Kurzem habe ein Angreifer in ein System eindringen, das falsche Konto anlegen und Berechtigungen manuell vergeben müssen. Agentische KI beginne diese Reibung zu beseitigen, weil KI-Agenten Zugangsdaten bereits dynamisch zur Laufzeit beziehen und zunehmend weitere Agenten mit eigenen Identitäten erzeugen könnten. Wenn die Erstellung von Maschinenidentitäten zu einem automatisierten Hintergrundprozess werde, verschwimme die Grenze zwischen legitim erzeugten und gefälschten Identitäten.
Als Gegenmaßnahmen nennt der Beitrag vor allem Governance. Jede NHI sollte einer registrierten menschlichen Eigentümerin oder einem registrierten menschlichen Eigentümer zugeordnet sein, einen dokumentierten Zweck haben und mit einem Ablaufdatum versehen werden. So werde verhindert, dass Identitäten standardmäßig dauerhaft bestehen bleiben. Eine zugewiesene Verantwortlichkeit solle außerdem dabei helfen, legitime Identitäten besser zu schützen.
Hinzu kommt laut Text ein zentrales Geheimnismanagement mit automatischer Rotation. Mehrere Fälschungstechniken seien erfolgreich, weil Angreifer Schatten-Anmeldeinformationen in bestehende Objekte einschleusen und dort kontrollierte Schlüssel hinterlegen. Wenn Geheimnisse zentral verwaltet, nachverfolgt und rotiert werden, verkürze das die Lebensdauer eingeschleuster oder gefälschter Zugangsdaten.
Außerdem verweist der Beitrag auf Least Privilege und Just-in-Time-Zugriff. Falls eine Identität nur die Berechtigungen erhält, die sie tatsächlich benötigt, und das nur für eine begrenzte Zeit, erbe eine gefälschte Identität ebenfalls nur ein kleines, zeitlich begrenztes Fenster statt dauerhaftem Zugriff. Ergänzend fordert der Text eine kontinuierliche Verifikation. Vertrauen dürfe sich nicht allein aus der Bereitstellung und den bei der Erstellung vergebenen Anmeldedaten ergeben, sondern müsse fortlaufend am Verhalten und an den tatsächlichen Zugriffen der Identität überprüft werden.
Der Fachbeitrag stammt von Ashley D’Andrea, Content Writer bei Keeper Security. Am Ende verweist der Text darauf, dass sich Eigentümerschaft, Geheimnisse und privilegierter Zugriff über eine Identitätssicherheitsplattform wie KeeperPAM verwalten lassen.
