Meta hat am Mittwoch bekanntgegeben, im Rahmen einer länderübergreifenden Aktion über 150.000 Konten gesperrt zu haben, die mit Betrugszentren in Südostasien verknüpft sind. An der koordinierten Maßnahme beteiligten sich Behörden aus Thailand, den USA, Großbritannien, Kanada, Korea, Japan, Singapur, den Philippinen, Australien, Neuseeland und Indonesien. Die Royal Thai Police nahm dabei 21 Personen fest.

Nach Darstellung des Unternehmens knüpft der Einsatz an ein Pilotprojekt aus dem Dezember 2025 an, in dessen Verlauf Meta 59.000 Konten, Seiten und Gruppen entfernt und sechs Haftbefehle erwirkt hatte.

“Online-Betrug ist in den vergangenen Jahren deutlich raffinierter und industrialisierter geworden”, erklärte Meta. Kriminelle Netzwerke, die oft in südostasiatischen Ländern wie Kambodscha, Myanmar und Laos angesiedelt seien, betrieben den Betrug in der Größenordnung vollständiger Geschäftsbetriebe. Solche Operationen zerstörten Vertrauen, griffen tief in das Leben der Betroffenen ein und seien bewusst darauf ausgelegt, einer Entdeckung und Störung zu entgehen.

Begleitend kündigte Meta mehrere neue Werkzeuge an, die Nutzer schützen sollen, sobald betrugsbezogene Warnsignale erkannt werden. Für das Jahr 2025 nennt das Unternehmen weitere Zahlen: Mehr als 159 Millionen Betrugsanzeigen seien wegen Verstößen gegen die eigenen Richtlinien entfernt worden, hinzu kämen 10,9 Millionen gelöschte Konten auf Facebook und Instagram, die mit kriminellen Betrugszentren in Verbindung standen. Zudem will Meta die Verifizierung von Werbetreibenden ausweiten, um die Transparenz zu erhöhen und Versuche zu erschweren, mit denen Akteure ihre wahre Identität verschleiern.

Parallel dazu hat die britische Regierung ein neues Online Crime Centre gegründet, das Cyberkriminalität bekämpfen soll – darunter auch jene, die von Betrugskomplexen in Südostasien, Westafrika, Osteuropa, Indien und China ausgeht. Die Einheit bündelt Fachleute aus Regierung, Polizei, Nachrichtendiensten, Banken, Mobilfunknetzen und großen Technologieunternehmen.

Die Einheit soll im kommenden Monat ihre Arbeit aufnehmen. Geplant ist der Einsatz künstlicher Intelligenz, um neue Betrugsmuster zu erkennen, verdächtige Banküberweisungen schneller zu stoppen und mithilfe sogenannter “scam-baiting chatbots” Betrüger zu täuschen und Erkenntnisse zu gewinnen.

Mit einer Förderung von über 30 Millionen Pfund soll das Zentrum nach Angaben der britischen Regierung jene Konten, Webseiten und Telefonnummern identifizieren, auf die organisierte kriminelle Gruppen angewiesen sind, und diese in großem Maßstab abschalten – durch das Blockieren von Betrugs-SMS, das Einfrieren krimineller Konten, das Entfernen betrügerischer Social-Media-Konten und die Störung der Operationen an der Quelle.