Origin Energy hat nach einem ersten Hinweis auf einen möglichen Sicherheitsvorfall inzwischen bestätigt, dass es tatsächlich zu einem Datenleck gekommen ist. Nach Unternehmensangaben wurden dabei personenbezogene Daten von Kunden offengelegt. Wie viele der 4,8 Millionen Kunden betroffen sind, wird weiter untersucht.

Das Unternehmen erklärte, dass mehrere Arten von Kundendaten potenziell offengelegt wurden. Welche Datensätze genau betroffen sind, wird im vorliegenden Update nur insofern eingeordnet, als Origin auch Finanzdaten erwähnt. Diese seien jedoch „unvollständig“ und könnten nicht genutzt werden, um Konten zu übernehmen oder unbefugte Abbuchungen von Bankkonten der Kunden vorzunehmen.

Origin-Chef Frank Calabria entschuldigte sich bei den Kunden für die Offenlegung sensibler Daten. Zugleich erklärte er, das Unternehmen unternehme Schritte, um weiteren unbefugten Zugriff zu unterbinden. Bereits bestätigte Betroffene werden laut Origin direkt benachrichtigt und auf ein spezielles Unterstützungsportal sowie begleitende Hilfsangebote verwiesen.

Parallel dazu hat Origin Energy den Vorfall an mehrere australische Behörden gemeldet. Informiert wurden nach Unternehmensangaben die Australian Federal Police (AFP), das Australian Cyber Security Centre sowie das Office of the Australian Information Commissioner. Mit diesen Stellen stehe das Unternehmen bei Bedarf weiter in Kontakt.

Zusätzliche Angaben zum möglichen Umfang der gestohlenen Daten stammen nicht von Origin selbst, sondern von 7news. Das australische Medium berichtete, dass sich noch vor der zweiten Stellungnahme des Unternehmens ein Angreifer mit dem Namen „John Doe“ gemeldet und die Tat für sich reklamiert habe.

Dieser Angreifer behauptete laut 7news, Daten von 2 Millionen Origin-Kunden zu besitzen. Außerdem gab er an, Sicherheitsteams, den Kundensupport und sogar Vorstandsmitglieder kontaktiert zu haben, ohne eine Antwort erhalten zu haben. Nach Angaben von 7news richtete der Täter zudem eine Website ein, auf der er damit droht, die gestohlenen Daten in zwei Wochen zu veröffentlichen, falls Origin nicht über Signal Kontakt aufnimmt, um eine Lösung zu verhandeln.

Origin Energy beschreibt sich selbst als größten Energieeinzelhändler Australiens. Das Unternehmen versorgt Millionen Kunden mit Strom, Erdgas und Breitbandinternet. Zudem ist es an der australischen Börse ASX notiert, erzielt einen Jahresumsatz von 8,5 Milliarden Dollar und hält einen Anteil von 20 Prozent am britischen Anbieter für erneuerbare Energien Octopus.