Im Zentrum der Neuerungen steht der Schutz vor missbräuchlicher Geräteverknüpfung in WhatsApp. Der Messenger erlaubt es, mehrere Geräte wie Computer, Telefone oder Tablets mit einem Konto zu verbinden, um Nachrichten geräteübergreifend zu senden und zu empfangen. Dazu wird ein QR-Code gescannt, den das Haupttelefon erzeugt und der das neue Gerät zum Zugriff und zur Synchronisierung autorisiert.
Genau diesen Mechanismus nutzen Angreifer aus: Wer ein schädliches Gerät verknüpft, erhält Zugriff auf die Nachrichten des Opfers, kann Chats mitlesen und unter Umständen sogar Nachrichten im Namen des Opfers versenden. Da Betroffene ihren eigenen Zugang dabei meist behalten, bleibt der Angriff oft unbemerkt. WhatsApp warnt nun, wenn Verhaltenssignale auf eine betrügerische Verknüpfungsanfrage hindeuten.
Meta verweist auf den Hintergrund der Maßnahme: Die niederländischen Dienste MIVD und AIVD hatten gewarnt, dass staatlich unterstützte russische Hacker in einer Phishing-Kampagne gezielt die Signal- und WhatsApp-Konten von Regierungsmitarbeitern angreifen.
Auch auf den anderen Plattformen testet das Unternehmen neue Warnungen. Auf Facebook sollen verdächtige Freundschaftsanfragen markiert werden, etwa wenn es nur wenige gemeinsame Kontakte gibt oder der angegebene Standort eines Profils nicht zur Region des Nutzers passt. Die Betrugserkennung im Messenger wird auf weitere Länder ausgeweitet; sie erkennt Muster typischer Maschen wie gefälschter Stellenangebote und bietet an, verdächtige Chats zur KI-Prüfung einzureichen.
Darüber hinaus hat Meta KI-Systeme eingeführt, die Texte, Bilder und Kontextsignale analysieren, um vorgetäuschte Prominenten-Identitäten, Markenmissbrauch und betrügerische Links zu erkennen, mit denen potenzielle Opfer auf gefälschte Websites umgeleitet werden.
Nach eigenen Angaben entfernte Meta im Jahr 2025 mehr als 159 Millionen betrügerische Anzeigen und löschte über 10,9 Millionen Konten auf Facebook und Instagram, die mit kriminellen Betrugsoperationen in Verbindung standen. Zudem beteiligte sich das Unternehmen an einer internationalen Strafverfolgungsaktion, die zur Festnahme von 21 Verdächtigen und zur Abschaltung von mehr als 150.000 Konten führte, die mit Betrugsnetzwerken in Südostasien verbunden waren – darunter Gruppen mit gefälschten Kryptowährungs-Investmentprogrammen und Erpressungsringen.
“Wir sind stolz auf die Zusammenarbeit mit der Royal Thai Police, dem FBI, der DOJ Scam Center Strike Force und Strafverfolgungsbehörden aus aller Welt im Kampf gegen diese hochentwickelten Betrugsnetzwerke”, erklärte Chris Sonderby, Vice President und Deputy General Counsel bei Meta. Die Aktion zeige, wie der Austausch von Informationen und koordinierte Anstrengungen die kriminellen Aktivitäten an der Quelle stören könnten.
