Die Verurteilung erfolgte am Dienstag. Nachdem er im Dezember angeklagt worden war, räumte Kyle Svara im Februar ein, bei mehr als 750 Frauen per Phishing Snapchat-Zugangscodes erlangt zu haben. Nach Gerichtsangaben setzte er dabei Social-Engineering-Taktiken ein, trat als Mitarbeiter von Snap Inc auf und nutzte anonymisierte Telefonnummern.

Im Zeitraum zwischen Mai 2020 und Februar 2021 zielte Svara auf mehr als 4.500 Personen. Nach dem Diebstahl der Zugangsdaten griff er laut Anklage auf etwa 517 Snapchat-Konten von Frauen ohne Erlaubnis zu. Dort lud er Nackt- oder Teilnacktaufnahmen herunter. Außerdem aktivierte er die Zwei-Faktor-Authentifizierung, wodurch die eigentlichen Kontoinhaberinnen aus den kompromittierten Konten ausgesperrt wurden.

Das US-Justizministerium erklärte bereits im Februar, Svara habe bei seiner Vernehmung fälschlich behauptet, nichts über das Hacken von Snapchat zu wissen. Außerdem habe er wahrheitswidrig angegeben, kein Interesse an kinderpornografischem Material zu haben und nie aktiv nach Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder gesucht oder darauf zugegriffen zu haben. Den Ermittlungen zufolge sammelte, verbreitete und erfragte der Angeklagte solches Material jedoch. In seinem Mega-Konto fanden Ermittler nach Angaben der Behörden ungefähr 530 Bilder und 600 Videos mit entsprechenden Inhalten.

Gerichtsunterlagen zufolge bewarb Svara seine „Dienste“ auch im Internet. Dort tauschte er die gestohlenen Bilder, bot an, „in die Snap-Konten von Mädchen zu gelangen“, und forderte Interessenten auf, ihn über die verschlüsselte Messaging-App Kik zu kontaktieren.

Zu seinen Kunden zählte auch Steve Waithe, ein ehemaliger Leichtathletik-Trainer der Northeastern University. Laut Quelle beauftragte Waithe Svara damit, die Snapchat-Konten von Studierenden der Northeastern University sowie von Mitgliedern der Frauen-Leichtathletik- und Fußballteams zu hacken. Waithe wurde im März 2024 zu fünf Jahren Haft verurteilt, nachdem er für schuldig befunden worden war, mindestens 128 Frauen ins Visier genommen und Tausende explizite Fotos von mehr als 100 Frauen gestohlen zu haben. Das Urteil gegen ihn erging wegen Cyberbetrugs, Cyberstalkings und Sextortion.

Zwischen bezahlten Aufträgen hackte Svara laut Gerichtsunterlagen auch eigenständig die Konten zahlreicher Frauen in Plainfield, Illinois, darunter Nachbarinnen, Freunde der Familie, Mitschülerinnen und persönliche Freundinnen. Außerdem griff er demnach Konten von Studentinnen am Colby College in Waterville, Maine, an.