Varonis Threat Labs hat mit Dolphin X einen neuen Infostealer beschrieben, der einen KI-gestützten Verhaltensprofiler einsetzt. Die Schadsoftware bewertet und priorisiert infizierte Nutzer anhand ihrer Aktivitäten und installierten Programme. Laut Varonis zielt Dolphin X auf mehr als 300 Anwendungen und soll unter anderem Browser-Passwörter, Kryptowallets, SSH-Schlüssel und Cloud-Token abziehen.

Abbott hat einen Cybersicherheitsvorfall in einem begrenzten Teil seiner Sparte Cancer Diagnostics offengelegt. Nach Angaben des Unternehmens betraf der unbefugte Zugriff nur eine begrenzte Zahl von Systemen. Der Betrieb, die Fertigung und die Patientenversorgung seien nicht beeinträchtigt worden. Die Gruppe ShinyHunters reklamierte den Angriff für sich.

Ein Cyberangriff auf einen Telekommunikationsanbieter in Maine führte zu großflächigen Internetausfällen in 23 Städten und Gemeinden. Die Störung traf auch kommunale Netze und lokale Verwaltungsabläufe, die von der Infrastruktur des regionalen Providers abhängen.

Palo Alto Networks hat über seine Forschungseinheit Unit 42 drei Zero-Day-Schwachstellen in Siemens-ROX-II-OT-Switches analysiert, die sich zu einer Angriffskette kombinieren lassen. Ausgangspunkt ist eine beliebige Dateioffenlegung über CVE-2025-40948, mit der sich sensible Systeminformationen beschaffen lassen. Darauf kann eine Rechteausweitung über eine Befehlsinjektion in CVE-2025-40947 folgen. Eine dritte Schwachstelle, CVE-2025-40949, betrifft den Aufgabenplaner der Webverwaltung und ermöglicht die Ausführung von Schadcode, der Neustarts überdauert.

Stadler Rail hat eine Erpressungsforderung der Ransomware-Gruppe Everest in Höhe von 10 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet 12 Millionen US-Dollar, zurückgewiesen. Nach Unternehmensangaben drangen die Angreifer Mitte Juli über eine mit einem Zulieferer gemeinsam genutzte Datenaustauschplattform ein und entwendeten technische Informationen. Stadlers IT-Systeme und die weltweite Produktion seien nicht betroffen gewesen. Zudem erklärte das Unternehmen, dass keine kritischen Sicherheits- oder Personendaten kompromittiert worden seien.

Deutsche Strafverfolgungsbehörden haben die Phishing-Gruppe Kratos nach einer koordinierten Operation zerschlagen. Damit wurde laut der Zusammenfassung ein auf organisierten Diebstahl von Zugangsdaten und Phishing-Kampagnen spezialisiertes Cyberkriminalitätsnetzwerk gestört.

In der Sicherheitscommunity fiel zudem eine ungewöhnlich große Zahl neuer Linux-Kernel-Schwachstellenmeldungen auf: Innerhalb von 24 Stunden wurden 432 CVEs veröffentlicht. Die gebündelte Veröffentlichung zwingt Sicherheitsteams dazu, betroffene Systeme zügig zu bewerten und Prioritäten für Patches festzulegen.

Google hat eine Vorschau auf CodeMender gestartet. Der Dienst soll Entwicklern helfen, Softwareschwachstellen effizienter zu erkennen und zu beheben. Laut der Zusammenfassung bindet sich das Werkzeug direkt in Entwicklungsabläufe ein, um das Auffinden und Schließen unsicheren Codes vor dem Produktiveinsatz zu vereinfachen.

Vor einer aktiven Ausnutzung der Schwachstelle CVE-2025-66376 in der Zimbra Collaboration Suite warnen CISA und internationale Partner in einer gemeinsamen Empfehlung. Demnach nutzt die russische, staatlich unterstützte Gruppe Laundry Bear die bereits gepatchte Lücke in einer Spionagekampagne aus. Der Angriff basiert auf einer ansichtsbezogenen Ausnutzung, die bereits beim Öffnen einer bösartigen E-Mail greift und sofort den Posteingang des Opfers exfiltriert. Ziel sind westliche Regierungsstellen und Unternehmen, um unbemerkt Informationen für Russland zu sammeln.

Forscher der UC San Diego haben außerdem eine Schwachstelle in nachgerüsteten Diebstahlschutzsystemen von Acrisure entdeckt. Mindestens 2,2 Millionen Fahrzeuge seien dadurch anfällig für eine Übernahme per Bluetooth. Angreifer könnten mit einem fest eincodierten Bluetooth-Schlüssel aus bis zu fünf Yards Entfernung Türen entriegeln. Acrisure hat nach eigenen Angaben inzwischen ein Patch für die betroffenen KARR- und SWDS-Geräte veröffentlicht, die vor allem von Autohändlern in Südkalifornien verbaut wurden. Ein Sprecher von KARR sagte gegenüber The Register: „Die in der Forschung beschriebene Schwachstelle ist hochkomplex und stellt unter realen Bedingungen ein geringes Risiko für Kunden dar.“