AegisAI wurde 2025 von Cy Khormaee und Ryan Luo gegründet. Beide arbeiteten zuvor im Sicherheitsteam von Google und waren am Aufbau von reCAPTCHA, Safe Browsing und Web Risk beteiligt. Im September 2025 trat das Unternehmen aus dem Tarnmodus hervor.
Die nun bekannt gegebene Finanzierungsrunde über 36 Millionen Dollar wurde von Battery Ventures angeführt, mit Beteiligung von Accel und Foundation Capital. Insgesamt hat AegisAI damit nach eigenen Angaben 49 Millionen Dollar eingesammelt. Das Unternehmen will die Mittel in den Ausbau seiner autonomen Erkennungsagenten investieren, Vanguard weiter in Richtung allgemeiner Verfügbarkeit bringen und seine Vermarktung im Enterprise-Segment ausbauen.
Die Plattform des Start-ups basiert auf einem Netzwerk von KI-Agenten, die eingehende E-Mails auf Hinweise auf Phishing, Business Email Compromise und andere Bedrohungen prüfen. Anders als Systeme, die sich auf statische Regeln oder bekannte bösartige Signaturen stützen, soll der Ansatz laut AegisAI die Absicht und die Identität hinter einer Nachricht bewerten.
Das Produkt wird per API mit Microsoft 365 und Google Workspace verbunden. Nach Angaben des Unternehmens sind dafür keine Änderungen an den MX-Einträgen der Kunden erforderlich. Im März stellte AegisAI zudem Vanguard vor, einen Begleitagenten, der verdächtige Links und Anhänge untersucht, indem er sie so aufruft wie ein menschlicher Empfänger. Anschließend erstellt das System innerhalb weniger Minuten einen Bedrohungsbericht.
AegisAI ordnet seine Arbeit in den Kontext dessen ein, was das Unternehmen als KI-basiertes Spear-Phishing bezeichnet. Gemeint sind Angriffe, bei denen Sprachmodelle ein Ziel recherchieren, dessen berufliche Beziehungen abbilden und mit deutlich geringerem Aufwand als früher einen personalisierten Köder erstellen.
CEO Cy Khormaee beschrieb das Risiko so: „Das unmittelbarste, verheerendste Risiko für Ihr Unternehmen ist nicht ein KI-Agent, der Ihre Firewall hackt. Es ist ein KI-Modell, das jemanden in Ihrer Organisation dazu bringt, die Schlüssel zu übergeben — oft über den vertrauenswürdigsten und zugleich verwundbarsten Kontakt der angegriffenen Person.“
Khormaee ergänzte: „Menschliches Vertrauen lässt sich nicht patchen. Wenn Ihr Sicherheitsprogramm noch immer auf phishingbasierten Tests nach Vorlage und auf Awareness-Schulungen beruht, dann trainieren Sie Ihre Mitarbeiter darauf, die Bedrohung des vergangenen Jahres zu erkennen — nicht aber einen leistungsfähigen Agenten, der eigens für sie einen neuartigen Köder entwickelt. Wenn der Angriff KI ist, muss die Verteidigung ebenfalls KI sein.“
