Zu dem Angriff auf Stryker hat sich die Hackergruppe Handala bekannt, die von einem “beispiellosen Schlag” gegen den Konzern spricht. Nach eigenen Angaben löschten die Angreifer mehr als 200.000 Server, Mobilgeräte und weitere Systeme und zwangen das Unternehmen so, Niederlassungen in 79 Ländern stillzulegen. Außerdem behaupten sie, 50 Terabyte an Daten erbeutet zu haben.

Das Wall Street Journal berichtete, Stryker habe einen Cybervorfall bestätigt, der einen weltweiten Ausfall verursacht habe. Beschäftigte und Auftragnehmer hätten auf ihren Anmeldeseiten das Logo von Handala vorgefunden. Dem Bericht zufolge wurden Telefone, Laptops und andere Geräte gelöscht, die für die Verbindung mit dem Netzwerk von Stryker eingerichtet waren; besonders schwer traf es offenbar Windows-Systeme.

Stryker habe seine Mitarbeiter angewiesen, Firmengeräte nicht einzuschalten und sich umgehend von allen Netzwerken zu trennen, schreibt das Wall Street Journal. SecurityWeek hat Stryker um eine Stellungnahme gebeten und will den Artikel bei einer Reaktion aktualisieren.

Handala wird von Sicherheitsfirmen, die das Geschehen rund um den Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran beobachten, genau verfolgt. Nach außen tritt die Gruppe als hacktivistische Vereinigung mit pro-palästinensischer und anti-israelischer Ausrichtung auf. Viele in der Sicherheitsbranche gehen jedoch davon aus, dass sie als Tarnung für Void Manticore dient, einen vom iranischen Staat gesponserten Akteur.

Bekannt ist die Gruppe für Phishing, Datendiebstahl, Erpressung und zerstörerische Angriffe mit eigens entwickelter Wiper-Malware. Das Threat-Intelligence-Unternehmen Flashpoint berichtete, Handala sei auch an Informationsoperationen und psychologischer Kriegsführung beteiligt gewesen.

Seit Beginn des Iran-Kriegs behauptete die Gruppe unter anderem, Wetterserver des israelischen Militärs gelöscht, Sicherheitskameras in Jerusalem abgegriffen, Daten verschiedener Unternehmen gestohlen und gelöscht, israelische Geheimdienstmitarbeiter mit persönlichen Daten bloßgestellt und ein israelisches Unternehmen für Öl- und Gasexploration gehackt zu haben. Ihre angeblichen Erfolge stellt Handala häufig auf ihren Konten bei Telegram und X zur Schau, wobei sich die Angaben oft nur schwer überprüfen lassen.