Die Ransomware-Gruppe Anubis setzte Coca-Cola und Fairlife am 20. Juli auf ihre Leak-Seite. Dort deutete die Gruppierung an, Dateien auf kompromittierten Systemen verschlüsselt zu haben, und behauptete, 1 Terabyte vertraulicher Daten entwendet zu haben. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts zeigte ein Countdown auf der Anubis-Seite an, dass die gestohlenen Daten in zwei Stunden veröffentlicht würden, falls kein Lösegeld gezahlt werde.

Coca-Cola bestätigte in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme, dass der Vorfall die „Entwendung bestimmter Daten“ umfasst habe. Welche Art von Daten betroffen ist, ließ das Unternehmen offen. Der Konzern hatte den Sicherheitsvorfall bereits am 16. Juli publik gemacht und damals erklärt, die Produktion in Fairlife-Anlagen in den Vereinigten Staaten vorübergehend auszusetzen, während der Vorfall untersucht werde.

Nach Angaben von Coca-Cola ist der Großteil der Produktion an den vier Fairlife-Standorten in den USA inzwischen wieder angelaufen. Die Verfügbarkeit von Fairlife-Produkten im Handel sei dank vorhandener Bestände weitgehend unbeeinträchtigt geblieben. Auch Produktqualität und Produktsicherheit seien nicht betroffen, erklärte das Unternehmen.

Zugleich erklärte Coca-Cola, nach derzeitigem Informationsstand habe der Vorfall keine wesentlichen Auswirkungen auf die Finanzlage oder die Betriebsergebnisse des Unternehmens und werde diese voraussichtlich auch nicht haben. Weitere Details zur Art oder zum Umfang des Datenabflusses nannte der Konzern bislang nicht.

Wie schwerwiegend die entwendeten Daten tatsächlich sind, bleibt damit unklar. Im Quelltext wird darauf hingewiesen, dass Erpressungsgruppen die Bedeutung gestohlener Dateien nicht selten überzeichnen, um den Druck auf ihre Opfer zu erhöhen. Ob die von Anubis behauptete Datenmenge und deren Vertraulichkeit den Tatsachen entsprechen, ist daher derzeit nicht bestätigt.

Anubis ist laut Quelltext seit Dezember 2024 aktiv und hat auf seiner Website rund 100 Zielorganisationen aufgeführt. Die Gruppe arbeitet mit doppelter Erpressung: Sie verschlüsselt Dateien auf kompromittierten Systemen und exfiltriert zugleich wertvolle Daten, um die Wahrscheinlichkeit einer Zahlung zu erhöhen. Aufmerksamkeit in der Sicherheitsbranche erregte Anubis zudem mit einem „Wiper-Modus“, der Dateien von Opfern dauerhaft löschen und eine Wiederherstellung verhindern kann.