Beelzebub beschreibt seine Plattform als System, das offensive und defensive Sicherheitsfunktionen zusammenführt. Ziel sei es, das Kräfteverhältnis im Kampf gegen KI-gestützte Cyberangriffe auszugleichen. Nach Darstellung des Unternehmens setzt die Technik nicht erst bei der klassischen Perimeter-Abwehr an, sondern unterstellt bereits einen erfolgten Eindringversuch ins Netzwerk.

Kommt es zur Aktivität eines Angreifers, soll die Plattform diesen in eine Umgebung führen, die Simulation, Erkennung und Bedrohungsaufklärung kombiniert. Dafür nutzt Beelzebub nach eigenen Angaben eine kontinuierliche Emulation von Angreifern, um mögliche Angriffspfade aufzudecken, bevor diese ausgenutzt werden. Ergänzt wird das durch Laufzeit-Täuschungstechnik mit durch große Sprachmodelle unterstützten Fallen, die Eindringlinge erkennen und unmittelbar eindämmen sollen.

Neben der Isolation betroffener Systeme und dem Start der Reaktion auf Sicherheitsvorfälle setzt das Unternehmen auf autonome Bedrohungsaufklärung. Abgefangene Angriffe sollen so in verwertbare Abwehrmaßnahmen übersetzt werden. Dazu gehört laut Beelzebub auch ein KI-Analyst, der erkannte Schadsoftware zerlegt und vollständige Vorfallsberichte erstellt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bereitstellung in sensiblen Umgebungen. Die Plattform kann nach Unternehmensangaben vollständig lokal betrieben werden, also in Infrastrukturen, die keine Daten an cloudbasierte Werkzeuge senden dürfen. Zugleich ist sie auch als SaaS verfügbar. Außerdem erhält das System laut Beelzebub laufende Bedrohungsdaten von mehr als 60 unabhängigen Forschern weltweit. Das Unternehmen bezeichnet die Plattform zudem als von Grund auf auf NIS2 ausgelegt.

Mit dem neuen Kapital will Beelzebub sein Forschungsteam erweitern und neue Standorte in Rom und San Francisco eröffnen. Zusätzlich plant das Unternehmen, weitere Kunden in Europa zu gewinnen, insbesondere Organisationen mit NIS2-Bezug.

Firmengründer und CEO Mario Candela erklärte, Cybersicherheit sei ein ununterbrochener Kampf, den Menschen allein nicht mehr bewältigen könnten. KI-gestützte Angreifer seien zu stark, zu kompetent, zu schnell und zu zahlreich. Der einzige Weg zur Gegenwehr bestehe deshalb darin, mit derselben Geschwindigkeit und Intensität zu reagieren. Das Produkt von Beelzebub passe sich neuen Arten von Schadsoftware an und werde fortlaufend aktualisiert, um mit dem aktuellen Stand hochentwickelter Angriffe Schritt zu halten.