Im Zentrum der Klage steht die Behauptung, Apple habe die gefälschte Anwendung nicht nur zugelassen, sondern sie durch ihre Platzierung im App Store zusätzlich aufgewertet. Laut Klageschrift wurde die betrügerische Sparrow-App in kuratierten Sammlungen für Krypto-Apps geführt und in den Ranglisten angezeigt, wodurch sie neben legitimen Anwendungen empfohlen worden sei.
Die drei Kläger schildern ähnliche Abläufe. Jalen Delgado soll die gefälschte App um den 1. Mai 2025 heruntergeladen und anschließend seine Seed-Phrase eingegeben haben. Kurz darauf seien 1,05033242 Bitcoin im Wert von rund 120.000 US-Dollar an einen Betrüger transferiert worden.
James Ramirez habe die App laut Klage am 25. Juli 2025 installiert und 7,4 Bitcoin im geschätzten Wert von etwa 875.000 US-Dollar verloren. Er habe die gefälschte App und den Diebstahl noch am selben Tag an Apple gemeldet. Die Klage wirft Apple vor, ihn weder zu dieser Meldung noch zu späteren Hinweisen kontaktiert zu haben.
Christopher Ellis soll die Sparrow-App etwas mehr als eine Woche später, um den 3. August herum, ebenfalls aus dem App Store installiert haben. Nachdem auch er seine Seed-Phrase eingegeben hatte, stellte er nach eigenen Angaben fest, dass Kryptowährungen im Wert von rund 840.000 US-Dollar an einen Betrüger übertragen worden waren. Laut Klageschrift meldete auch Ellis die App und den Diebstahl umgehend an Apple.
Die Klage argumentiert zudem, Apple sei lange vor den Verlusten der Kläger auf entsprechende Fälschungen hingewiesen worden. Sie verweist auf einen Beitrag von Craig Raw, dem Entwickler der legitimen Sparrow-Wallet-Anwendung, vom 6. Januar 2024. Darin erklärte Raw, dass eine betrügerische Sparrow-Wallet-App trotz Meldungen von ihm und anderen noch Wochen später im App Store verfügbar gewesen sei.
Raw warnte Nutzer außerdem davor, Sparrow Wallet allein deshalb zu vertrauen, weil eine App in einem App-Store angeboten wird. Stattdessen solle die Software nur über die offizielle Website bezogen werden. MacRumors berichtete zudem über einen späteren Versuch Raws, Nutzer vor den Fälschungen im Apple App Store zu schützen: Er reichte demnach eine unveröffentlichte Platzhalter-App ein, die darauf hinweisen sollte, dass mobile Apps mit dem Namen „Sparrow Wallet“ gefälscht seien. Nach Angaben von Raw markierte Apple sein Entwicklerkonto zunächst wegen angeblich unredlicher Aktivitäten zur Kündigung, nahm diese Entscheidung später aber zurück.
Apple teilte BleepingComputer mit, das Unternehmen habe Anwendungen, die sich als Sparrow Wallet ausgaben, schnell entfernt und die dazugehörigen Entwicklerkonten geschlossen. Außerdem erklärte Apple, Entwickler könnten bei vermuteten Verletzungen ihres geistigen Eigentums eine Beschwerde bei der Rechtsabteilung des Unternehmens einreichen.
Kunden könnten mutmaßliche Betrugsfälle und App-Store-Betrug außerdem über Apples Dienst „Ein Problem melden“ melden. Apple erklärte gegenüber BleepingComputer weiter, man ergreife umgehend Maßnahmen, wenn Anwendungen gegen die Richtlinien verstießen. Die Kläger fordern die Erstattung der gestohlenen Kryptowährungen, Ausgleichs- und Strafschadenersatz, Rückerstattung, Anwaltskosten sowie weitere Schadenersatzansprüche. Zudem soll das Gericht Apple verpflichten, Verfahren zur Erkennung und Entfernung betrügerischer Apps zu verbessern und öffentlich offenzulegen sowie Warnhinweise zu Risiken von Krypto-Apps einzuführen.
