Origin Energy teilte mit, dass die Untersuchung eines Cybervorfalls ergeben habe, dass Bedrohungsakteure auf Kundendaten zugegriffen haben. Betroffen sind laut Unternehmen Namen, Geburtsdaten, Telefonnummern, Adressen, Kontoinformationen sowie unvollständige Zahlungs- oder Bankkontonummern von 900.000 aktuellen und ehemaligen Kunden.

Der Konzern gehört mit rund 4,8 Millionen Kunden zu den größten Strom- und Gaseinzelhändlern Australiens. In einem am Dienstag veröffentlichten Update erklärte Origin, man untersuche die Angelegenheit bereits seit Anfang Juli. Zu diesem Zeitpunkt habe die zunächst vorliegende Informationslage darauf hingedeutet, dass die potenzielle Bedrohung nicht glaubwürdig sei. Neue Informationen, die am 22. Juli bekannt wurden, hätten dann den unbefugten Zugriff bestätigt.

Zusätzliche Unsicherheit entstand durch Angaben einer Person, die von sich behauptete, hinter dem Angriff auf Origin zu stecken. Diese erklärte, Informationen von 2 Millionen Kunden erlangt zu haben, und deutete an, sämtliche Daten würden veröffentlicht, falls das Unternehmen kein Lösegeld zahle.

Später sagte der mutmaßliche Angreifer laut The Australian, es sei eine Vereinbarung mit Origin getroffen worden und es würden keine Daten veröffentlicht. Origin Energy selbst erwähnte keine solche Vereinbarung mit dem Angreifer.

Stattdessen verwies Unternehmenschef Frank Calabria auf die laufenden Ermittlungen. Er erklärte: „Wichtig ist, dass es sich um eine kriminelle Angelegenheit handelt, die Gegenstand laufender Untersuchungen der zuständigen Behörden ist. Deshalb sind wir derzeit darin eingeschränkt, wie viele Informationen wir zu dem Vorfall bereitstellen können.“

Auch wenn die gestohlenen Daten möglicherweise nicht veröffentlicht werden, räumte Origin ein, dass andere Bedrohungsakteure den Vorfall für Betrugsmaschen ausnutzen könnten. Weitere Details zum Ablauf des Angriffs oder zu einer möglichen Einigung mit dem mutmaßlichen Täter nannte das Unternehmen nicht.