Kollander zufolge entstand ihr Interesse am Hacking schon in jungen Jahren aus dem Wettbewerb in Flash-Spielen. Als sie in einer Rangliste plötzlich vom ersten auf den zweiten Platz fiel, vermutete sie Betrug und wollte verstehen, wie das möglich war. Diese anhaltende Neugier habe sie dazu gebracht, Hard- und Software tiefgehend zu durchdringen und ständig Fragen nach dem Warum und den verborgenen Funktionsweisen zu verfolgen.

Mit 13 bekam sie ihren ersten Computer. In der Schule lernte sie nach eigenen Angaben zunächst HTML, später Pascal, C und C# sowie die Entwicklung von Projekten. Fürs Hacking reiche es jedoch nicht, nur das zu nutzen, was man bereits kenne, sagt sie. Entscheidend sei der Blick in die weniger offensichtlichen Ecken eines Systems.

Aus Spielumgebungen heraus begann sie auch praktisch zu arbeiten. Mit einem befreundeten Spieler entwickelte sie nach eigener Darstellung zunächst etwas, das ihnen beim Gewinnen und beim Erlangen von Preisen half. Später bauten beide ein weiteres Werkzeug, das genau solche Methoden bei anderen verhindern sollte, und verkauften es an Unternehmen. So habe sie ihre erste Million Dollar verdient.

Die Neugier weitete sich anschließend auf soziale Medien aus. Nachdem das Facebook-Konto einer Freundin kompromittiert worden war, habe sie sich Facebook angesehen und festgestellt, wie leicht soziale Plattformen damals anzugreifen gewesen seien. Von dort aus habe sie ihre Aktivitäten immer weiter auf neue Bereiche ausgedehnt. In ihrem LinkedIn-Profil beschreibt sie ihre Jugendjahre rückblickend als Zeit, in der sie professionell hackte und gezielt nach schwierigen IT-Herausforderungen suchte.

Einen Wendepunkt markierte der Militärdienst in Israel. Kollander berichtet, sie habe zunächst den Kampfjet-Pilotenkurs besucht und sei dann in Computereinheiten gewechselt, zuerst zur IDF-Einheit Mamram und anschließend zu Rafael Advanced Defense Systems. Dort sei sie Hackerin für die IDF geworden. Statt wie zuvor für den eigenen Vorteil zu handeln, habe sie nun Fähigkeiten eingesetzt, um Systeme des Landes zu schützen.

Nach ihren Angaben umfasste das zahlreiche Projekte, bei denen sie wie eine Angreiferin denken musste, um Schutzmaßnahmen für Waffen, den Iron Dome und weitere Ziele zu entwickeln. Sie habe in eigene kritische Infrastrukturen und Netze mit sehr hohen Freigabestufen eindringen müssen, um zu verstehen, wie sich Angriffe durch feindliche Staaten verhindern lassen. Diese Arbeit habe ihre Haltung verändert: Aus dem Wunsch, Netzwerke zu knacken, sei der Wunsch geworden, sie zu schützen.

2011 verließ sie die IDF und wurde stellvertretende CISO bei MalamTeam Ltd, das sie damals vor allem als IT-Integrator und Outsourcing-Anbieter beschreibt und heute als eines der nationalen IT-Rückgrate Israels. Ein Jahr später wechselte sie als Sicherheitsarchitektin und CISO zur israelischen Tochter von Avnet. 2013 ging sie zu EMC und wurde nach der Übernahme 2016 durch Dell Technologies IT-Sicherheitsarchitektin und CISO bei Dell EMC. Dort blieb sie insgesamt fünfeinhalb Jahre.

Im Mai 2019 gründete sie gemeinsam mit Gilad Raz und Yaakov Kogan Gytpol. Im September 2025 benannte sich das Unternehmen in Remedio um und nahm seine erste externe Finanzierung in Höhe von 65 Millionen US-Dollar auf. Laut Kollander hatte die Firma mehrere Jahre bewusst unauffällig gearbeitet und sei danach bereit für schnelleres Wachstum gewesen; innerhalb weniger Monate habe sich die Größe des Unternehmens verdoppelt.

Remedio richtet seinen Ansatz nach Kollanders Beschreibung darauf aus, Unternehmen die Arbeitsweise von Hackern zu vermitteln. Selbst mit den besten EDR-Produkten würden Firmen weiterhin kompromittiert, sagt sie, weil Angreifer nach einem Einstiegspunkt seitlich durch Netzwerke wandern und dabei Konfigurations- und Compliance-Abweichungen ausnutzen. Remedio wolle solche Probleme nicht nur erkennen, sondern auch beheben. Gerade diese schleichende Konfigurationsabweichung, also die unbemerkte Ansammlung kleiner Änderungen bis zur Abweichung vom ursprünglichen Sollzustand, sei für Nutzer oft unsichtbar, für Angreifer aber auffindbar. Kollander sagt, sie verstehe Angreifer, weil sie selbst viele Jahre eine gewesen sei, und sie wisse, wie man solche Probleme behebt, weil sie seit 15 Jahren in der defensiven Cybersicherheit arbeite.