Die Finanzierung von Act Security setzt sich aus zwei Runden zusammen: einer Seed-Finanzierung über 20 Millionen US-Dollar unter Führung von Team8 und Bessemer Venture Partners, mit Beteiligung von Hetz Ventures und Claltech, sowie einer Series-A-Runde über 40 Millionen US-Dollar unter Führung von Notable Capital, an der sich Startpoint Capital und SVCI beteiligten.
Inhaltlich setzt das Unternehmen auf die These, dass klassische Patch-Prozesse mit der wachsenden Zahl neuer Schwachstellen nicht mehr Schritt halten. Der Quelltext beschreibt dies als ständigen und verlorenen Kampf. Als ein Treiber wird die Fähigkeit moderner KI-Modelle genannt, neue Schwachstellen in bestehenden Cloud-Umgebungen schneller und in größerem Umfang zu finden, wodurch Angreifer sie früher ausnutzen könnten, als Hersteller Patches bereitstellen.
Zur Einordnung nennt der Text mehrere aktuelle Zahlen von Herstellern. Oracle kündigte in diesem Monat in seinem Critical Patch Update für Juli 2026 mehr als 1.400 geschlossene Schwachstellen an. Microsoft veröffentlichte laut Quelltext Patches für den Rekordwert von 622 Schwachstellen. Google wiederum habe im Juni Chrome 149 in den stabilen Kanal befördert und dabei 429 Schwachstellen behoben – ein Rekord für eine einzelne Chrome-Aktualisierung.
Act Security setzt deshalb an der Zugriffsarchitektur in Cloud-Infrastrukturen an. Das Unternehmen will die Angriffsfläche verringern oder beseitigen, die ungepatchte Schwachstellen überhaupt erst ausnutzbar macht. Der Ansatz besteht laut Quelltext darin, „deterministische Grenzen“ durchzusetzen, die einschränken, worauf Menschen, Workloads und KI-Agenten zugreifen können. Ziel ist also nicht das Schließen der Lücke selbst, sondern das Entfernen der Bedingungen, unter denen daraus ein Einfallstor wird.
Jonathan Langer, Mitgründer und CEO von Act Security, beschreibt die Ausgangslage mit einer Zahl aus Kundenumgebungen: „Nach dem, was wir bei unseren Kunden sehen, liegt fast 97 Prozent der Cloud-Zugriffe brach und wird nicht genutzt, und nun erben KI-Agenten dieselben alten menschlichen Berechtigungen, arbeiten rund um die Uhr mit Maschinengeschwindigkeit und ohne das Urteilsvermögen, das ein Mensch anwenden würde.“
Langer formuliert auch die strategische Stoßrichtung des Unternehmens: „Wir können uns nicht aus allem herauspatchen, egal wie sehr wir es versuchen. Werkzeuge für Transparenz liefern tausende Befunde und lassen Teams Symptome einzeln triagieren, während die eigentliche Ursache, die Zugriffsarchitektur, unangetastet bleibt. Statt Befunden hinterherzulaufen, beseitigen wir die Bedingungen, die aus Risiko einen Sicherheitsvorfall machen, und machen die Cloud strukturell sicher, bevor Angriffe stattfinden.“
Nach Angaben des Unternehmens soll die Plattform drei Dinge leisten: die von Angreifern genutzten exponierten Pfade entfernen, den sicheren Einsatz eigener KI-Agenten durch Begrenzungen rund um KI-Workloads ermöglichen und Compliance unterstützen, indem sie Kontrollen aus NIST 800-53, PCI DSS, HIPAA und weiteren Vorgaben direkt zuordnet.
Gegründet wurde Act von Jonathan Langer, Stephan Goldberg, Itay Kirshenbaum und Ilai Fallach. Dasselbe Team hatte 2017 bereits Medigate gegründet und das Unternehmen im Januar 2022 für 400 Millionen US-Dollar an Claroty verkauft.
