CubePilot beschreibt den Vorfall als DNS-Hijacking-Angriff mit direkten Folgen für den Verkehr zu internen Systemen. Durch die Übernahme der DNS-Einträge für cubepilot.org konnten Anfragen auf Systeme des Angreifers umgeleitet werden. Nach Unternehmensangaben beschränkte sich das Problem nicht auf einzelne Angebote: Die vom Angreifer beschafften TLS-Zertifikate deckten alle Subdomains von cubepilot.org ab.
Damit war für Nutzer nur schwer erkennbar, dass sie nicht mit der legitimen Infrastruktur verbunden waren. In seiner Mitteilung erklärt CubePilot, dass Zugangsdaten, die am 24. Juli auf einem seiner Dienste eingegeben wurden, möglicherweise abgefangen wurden. Genannt werden ausdrücklich das Portal und das Forum. Nutzer, die dasselbe Passwort auch an anderer Stelle verwenden, sollen dieses dort umgehend ändern.
CubePilot teilte weiter mit, die Kontrolle über die Domains bereits am 24. Juli wiedererlangt zu haben. Zudem habe das Unternehmen die betrügerisch ausgestellten Zertifikate widerrufen, Beweismittel gesichert, zuständige Provider benachrichtigt und den Vorfall an das Australian Cyber Security Centre sowie an Strafverfolgungsbehörden gemeldet. Falls die laufende Untersuchung konkrete Auswirkungen auf einzelne Betroffene bestätigt, will das Unternehmen diese direkt informieren.
Der Hersteller entwickelt Flugcontroller, „Autopiloten“ und Navigationshardware für unbemannte Luftfahrzeuge. Die Produkte kommen laut Beschreibung unter anderem in Vermessung, Suche und Rettung, Landwirtschaft sowie in Verteidigungs- und Regierungsanwendungen zum Einsatz. CubePilot hatte zuvor auch öffentlich seine Unterstützung für die Ukraine angekündigt; Produkte des Unternehmens wurden demnach in das Land geliefert, auch im Rahmen eines australischen Regierungspakets.
Der Vorfall wirkt sich weiterhin auf den Betrieb aus. Derzeit sind alle OEM-Dienste, das Community-Forum und das Dokumentationsportal offline. Firmenchef Philip Rowse erklärte auf LinkedIn, dass vorsorglich auch das ERP-Portal der Plattform abgeschaltet wurde, solange die Untersuchung läuft.
Zusätzlich prüft CubePilot derzeit die Integrität veröffentlichter Firmware-Abbilder. Das Unternehmen rät davon ab, Firmware zu installieren, die am 24. oder 25. Juli heruntergeladen wurde, bis die laufenden Sicherheitsprüfungen abgeschlossen sind. Firmware, die vor dem 24. Juli bezogen wurde, gilt nach aktuellem Stand als sicher.
Auch zu möglichen Zahlungsanweisungen äußert sich der Hersteller. Kunden, die Zahlungsaufforderungen erhalten, die angeblich von CubePilot stammen, sollen diesen nicht folgen, sondern sie telefonisch über ihren üblichen Ansprechpartner verifizieren.
