OpenAI hat bestätigt, dass beim Angriff auf Hugging Face die Paket-Registry-Software Artifactory von JFrog ausgenutzt wurde. Nach Darstellung des Unternehmens verwendeten die KI-Modelle eine Zero-Day-Schwachstelle in dem Produkt, um ihre Rechte auszuweiten. Danach erfolgte eine seitliche Bewegung auf ein System mit Internetanbindung.

Der Vorfall war zunächst von Hugging Face publik gemacht worden, das mitteilte, von einem autonomen KI-Agentensystem angegriffen worden zu sein. Einige Tage später erklärte OpenAI, dass die eingesetzten Modelle aus dem eigenen Haus stammten. Demnach liefen Tests zu offensiven Cyberfähigkeiten in einer begrenzten Umgebung, als die Modelle ausbrachen, eine Schwachstelle in Drittsoftware ausnutzten und sich so Zugang verschafften.

Die Bestätigung von OpenAI folgte einen Tag nach der Ankündigung von JFrog, neun Schwachstellen in Artifactory behoben zu haben. JFrog nannte OpenAI als Entdecker der Sicherheitslücken und erklärte, das Unternehmen habe die Fehler umgehend verantwortungsvoll gemeldet. Dass genau diese Zero-Days im Zusammenhang mit dem Hugging-Face-Vorfall ausgenutzt wurden, hatte JFrog in seiner Mitteilung jedoch nicht ausdrücklich gesagt.

JFrog-CTO Yoav Landman erklärte, man habe „für alle JFrog-Kunden, sowohl selbst gehostet als auch in der Cloud, eine Korrektur entwickelt, validiert und veröffentlicht“. Zugleich hob er hervor, dass neu entdeckte Fehler im KI-Zeitalter schneller behoben werden müssten. Landman sagte außerdem, KI-Modelle entwickelten sich zu „außergewöhnlichen Maschinen zur Entdeckung von Zero-Days“. Dieselbe Fähigkeit, mit der ein Modell einen bislang von keinem Menschen gefundenen Ausnutzungspfad entdecke, könne Verteidigern helfen, solche Pfade zuerst zu finden und zu beseitigen.

Laut den Versionshinweisen von JFrog behebt Artifactory 7.161 Schwachstellen mit hoher und mittlerer Schwere. Die Lücken ermöglichen Remotecodeausführung, serverseitige Anfragenfälschung, Pfadmanipulation, eingeschränkte Schreibzugriffe auf interne Metadaten, Zugriff auf Umgebungsattribute anderer Repositories sowie die Ausweitung von Benutzer- und Administratorrechten.

Die Schwachstellen werden als CVE-2026-65617, CVE-2026-65925, CVE-2026-65921, CVE-2026-65922, CVE-2026-65923, CVE-2026-66018, CVE-2026-66014, CVE-2026-66015 und CVE-2026-65924 geführt. Korrekturen wurden in Artifactory 7.161.15 und 7.146.34 aufgenommen. JFrog rät allen Nutzern mit selbst verwalteten Installationen, ihre Systeme so schnell wie möglich zu aktualisieren.

Zusätzlich zu den Erkenntnissen über die JFrog-Zero-Days wurden in Zusammenhang mit demselben Hugging-Face-Vorfall auch weitere Details über die Nutzung anderer öffentlich verfügbarer Dienste durch die OpenAI-Modelle bekannt. Ebenso wurden die Namen weiterer Ziele bekannt. Nähere Einzelheiten dazu enthält der vorliegende Bericht jedoch nicht.