Ernst & Young hatte in diesem Monat mitgeteilt, dass Hacker Daten aus einer Managementplattform eines Drittanbieters entwendet haben, die für die Unterstützung steuerbezogener Arbeiten eingesetzt wurde. Die Meldung ging laut Bericht an die Generalstaatsanwaltschaften in mehreren Bundesstaaten. EY zufolge wurden zwischen dem 28. März und dem 12. April steuerbezogene Unterlagen von Kunden heruntergeladen, die als Teil von Support-Tickets über die Plattform eingereicht worden waren.
Zu den kompromittierten Informationen zählten nach Angaben des Unternehmens Kundennamen, Anschriften, Sozialversicherungsnummern, Kontonummern sowie Kredit- und Debitkartennummern. Hinzu kamen weitere Datentypen, die für Steuererklärungen verwendet werden. Wie viele Personen potenziell betroffen sind, hat EY bislang nicht genannt. Auch zur Täterschaft machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.
Nun hat ShinyHunters die Verantwortung für den Vorfall für sich reklamiert. Die Gruppe setzte EY am Montag auf ihre Tor-basierte Leak-Seite und drohte damit, sämtliche gestohlenen Daten zu veröffentlichen, falls Ernst & Young nicht bis zum 31. Juli Kontakt aufnimmt.
SecurityWeek weist darauf hin, dass ShinyHunters in der Vergangenheit Drohungen dieser Art auch umgesetzt hat. Die Gruppe wurde demnach zuletzt mit mehreren aufsehenerregenden Datenschutzverletzungen in Verbindung gebracht, darunter Vorfälle bei der University of Nottingham, DentaQuest, 7-Eleven, Medtronic und Wynn Resorts sowie die Kampagnen gegen Oracle PeopleSoft und Salesforce.
EY stellt potenziell betroffenen Personen nach eigenen Angaben für 24 Monate kostenlose Leistungen zur Kreditüberwachung, Identitätsüberwachung und Wiederherstellung der Identität bereit. Auf eine Anfrage von SecurityWeek zu weiteren Details hat das Unternehmen dem Bericht zufolge nicht reagiert.
