Das albanische Parlament meldete am Dienstagabend einen “hochentwickelten” Cyberangriff, der auf die Zerstörung von Daten und die Beeinträchtigung mehrerer interner Systeme abzielte. Wie das Parlament gegenüber lokalen Medien mitteilte, blieben zwar die Hauptsysteme und die offizielle Website funktionsfähig, doch die von der Parlamentsverwaltung genutzten internen E-Mail-Dienste wurden vorübergehend stillgelegt. Dies führte zu Unterbrechungen bei ein- und ausgehenden Kommunikationen.
Parlamentarische Mitarbeiter und Abgeordnete konnten mehrere Stunden lang nicht auf ihre Computer und E-Mail-Systeme zugreifen. Während die Behörden die Verantwortlichen bislang nicht öffentlich benannt haben, erklärte die Hackergruppe Homeland Justice die Verantwortung und behauptete, interne Kommunikationen von albanischen Abgeordneten erbeutet zu haben. Die Gruppe veröffentlichte Screenshots vermeintlich geleakter Dokumente auf ihrem Telegram-Kanal.
Albanische Behörden haben die Aussagen der Hacker bislang nicht verifiziert; die nationalen Cybersicherheitsbehörden führen noch Ermittlungen durch. Sicherheitsforscher und westliche Regierungsvertreter ordnen Homeland Justice dem iranischen Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) zu. Die Gruppe hat sich bereits zu mehreren Cyberangriffen auf albanische Ziele in den vergangenen Jahren bekannt, darunter Operationen gegen das Parlament, die nationale Fluggesellschaft, Telekommunikationsfirmen und die nationale Statistikbehörde.
Der aktuelle Vorfall findet vor dem Hintergrund verschärfter Sicherheitsbedenken in Albanien statt. Diese entstanden nach iranischen Vergeltungsmaßnahmen gegen Länder, die US-Militärbasen beherbergen, nachdem die USA und Israel vor kurzem mit Angriffen auf den Iran begannen. Viele der Homeland Justice zugeordneten Cyberoperationen werden mit Albaniens Beherbergung von Mitgliedern der iranischen Oppositionsgruppe Mujahedeen-e-Khalq (MEK) in Verbindung gebracht, die in der Hafenstadt Durrës ansässig sind.
Homeland Justice gab in einem Telegram-Beitrag am Dienstag an, dass der aktuelle Cyberangriff Vergeltung für Albaniens Unterstützung der MEK darstellt. Diese Aussage folgt auf jüngste Erklärungen der MEK-Führerin Maryam Rajavi, die die Bildung einer provisorischen Regierung ankündigte, die das aktuelle iranische Regime durch eine demokratische Republik ersetzen soll.
