Neben humanoiden Robotern erfasst das FCC-Verbot auch Quadruped-Roboter, die häufig als vierbeinige Roboterhunde bezeichnet werden. Die Behörde erklärte, dass Importe fortgeschrittener Robotersysteme Cyberrisiken und weitere Gefahren für die nationale Sicherheit mit sich brächten. Zudem verwies sie darauf, dass eine Fertigung solcher Systeme außerhalb der USA die amerikanischen Lieferketten anfällig für Unterbrechungen mache.
Besonders weitreichend könnte das Verbot bei Wechselrichtern sein. Diese Geräte wandeln Gleichstrom in Wechselstrom um und kommen in erneuerbaren Energiesystemen, Rechenzentren und Haushaltsgeräten zum Einsatz. Laut Brendan Carr gelten die Beschränkungen für „neue Versionen“ solcher Importe. Dem Quelltext zufolge scheinen bereits zuvor von den USA zugelassene Modelle sowie der weitere Einsatz bestehender Geräte nicht betroffen zu sein.
Der Schritt trifft einen Markt, in dem China laut Quelltext klar dominiert. Der chinesische Anteil am weltweiten Markt für humanoide Roboter wird auf rund 85 Prozent geschätzt. Analysten von Morgan Stanley erwarten, dass Chinas Markt für humanoide Roboter bis 2030 ein Volumen von 15 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Morningstar-Analyst Kangyuxiao Li sagte, chinesische Hersteller hätten ihre Produktion schneller hochskaliert und die Kosten stärker gesenkt als die meisten ausländischen Wettbewerber.
Nach Einschätzung von Li nimmt der Ausschluss vom US-Markt chinesischen Anbietern einen wichtigen künftigen Absatzmarkt und schützt US-Entwickler vor möglichem Preisdruck. Zugleich werde dies Chinas Entwicklung bei humanoiden Robotern nicht wesentlich bremsen, weil die heimische Produktionsbasis groß sei und weitere Exportmärkte zur Verfügung stünden. Omdia beziffert die weltweiten Auslieferungen humanoider Roboter im Jahr 2025 auf rund 15.000 Geräte. Von den beiden großen chinesischen Unternehmen Unitree und AGIBOT habe jedes mehr als 5.000 ausgeliefert, während US-Anbieter wie Tesla und Figure AI jeweils nur einige Hundert oder weniger verschickt hätten.
Auch für Kooperationen zwischen US- und chinesischen Technologiefirmen könnte das Verbot Folgen haben. Der Chefanalyst von Omdia, Lian Jye Su, sagte, die neuen Beschränkungen könnten solche Zusammenarbeiten potenziell beeinträchtigen. Als Beispiel nennt der Quelltext Nvidia: Das Unternehmen stellte im Juni ein Referenzdesign für humanoide Roboter vor, das das humanoide Chassis des chinesischen Unternehmens Unitree nutzt.
China wies die US-Begründung scharf zurück. Das Außenministerium in Peking warf Washington vor, den Begriff der nationalen Sicherheit überzustrapazieren, um chinesische Unternehmen zu unterdrücken. Man werde „alle notwendigen Maßnahmen“ ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen chinesischer Firmen zu verteidigen. Ministeriumssprecherin Mao Ning sagte, Protektionismus mache die USA nicht wettbewerbsfähiger und schade nur den Interessen amerikanischer Unternehmen und Verbraucher.
Der Quelltext ordnet die Entscheidung in eine breitere Linie der US-Politik ein. Demnach folgten die FCC-Verbote auf zahlreiche weitere US-Beschränkungen für chinesische Importe, darunter Drohnen, sowie auf Exportauflagen für fortgeschrittene US-Technologien nach China. Zudem prüfen die USA derzeit auch Kontrollen für die Nutzung chinesischer quelloffener KI-Modelle. Samm Sacks von der Denkfabrik New America sprach deshalb von einer „ständigen Abfolge potenzieller Konfliktpunkte“ im Vorfeld des geplanten Trump-Xi-Gipfels im September.
