Unitel selbst machte zunächst nur wenige technische Angaben. In einer Stellungnahme hieß es, alle erforderlichen Maßnahmen zur Stabilisierung und vollständigen Wiederherstellung des Netzes liefen, die Dienste seien aber weiterhin beeinträchtigt. Zum Angriffsmuster oder möglichen Ursachen äußerte sich das Unternehmen nicht.

Hinweise auf die Art der Störung liefern jedoch Netzdaten. Von Recorded Future News ausgewertete Messdaten von RIPE NCC zeigen, dass die IP-Präfixe von Unitel während des gesamten Vorfalls weiter im globalen Internet angekündigt wurden. Die Router, die das Unternehmen mit dem restlichen Internet verbinden, blieben demnach online.

Gerade das spricht laut dem Bericht gegen bestimmte externe Ursachen. Bei Störungen durch eine unterbrochene Upstream-Konnektivität oder durch einen volumetrischen DDoS-Angriff würden solche Präfixe normalerweise aus dem Routing verschwinden. Dass dies nicht geschah, deutet eher auf einen Vorfall hin, der zentrale interne Systeme außer Betrieb gesetzt hat.

Auch Verkehrsdaten von Cloudflare Radar zeigen einen massiven Einbruch. Demnach brach der Datenverkehr von Unitel etwa ab dem Zeitpunkt der Entdeckung stark ein und lag bis in den Mittwoch hinein deutlich unter dem üblichen Niveau. Die Beeinträchtigung scheint auf Unitel begrenzt zu sein: Bei anderen Netzbetreibern in Angola war im selben Zeitraum keine vergleichbare Verschlechterung zu erkennen.

Die Folgen gehen über klassische Telekommunikationsdienste hinaus. Nach Angaben der angolanischen Wirtschaftszeitung Expansão waren auch Bezahlterminals betroffen, die über das Netz von Unitel laufen. Das beeinträchtigte demnach Geschäftskommunikation und digitale Dienste, die auf Internetzugang angewiesen sind.

Parallel dazu lief der Börsengang wie geplant an. Unitel nahm am Mittwoch den Handel an der angolanischen Börse BODIVA auf. Laut Bericht war dies der größte Börsengang in der Geschichte des angolanischen Kapitalmarkts. Der Handel startete trotz des anhaltenden Ausfalls; das Unternehmen wurde dabei mit 2,14 Milliarden US-Dollar bewertet, und für den staatlichen Anteil flossen rund 321 Millionen US-Dollar.

Zur Größenordnung von Unitel nannte das Unternehmen in seiner Mitteilung „mehr als 21 Millionen“ Teilnehmer. Im eigenen Jahresbericht 2025 ist dagegen von 20,8 Millionen Kunden und einem Marktanteil von 76 Prozent die Rede. Die Bevölkerung Angolas liegt nach Schätzungen der Vereinten Nationen für 2026 bei rund 40 Millionen.

Der angolanische Staat hatte über das Vermögensverwaltungsinstitut IGAPE einen Anteil von 15 Prozent an dem Unternehmen verkauft. Das Angebot lief vom 6. Juli bis zum 24. Juli und war mit einer Quote von 120,72 Prozent überzeichnet; mehr als 11.000 Investoren beteiligten sich. Die Notierung gilt als zentrales Element des Privatisierungsprogramms von Präsident João Lourenço.

Weder BODIVA noch die angolanische Kapitalmarktaufsicht hatten bis zur Veröffentlichung eine öffentliche Erklärung zu dem Vorfall abgegeben. Auch die Behörden äußerten sich nicht dazu, ob der Zeitpunkt des Angriffs mit dem Börsengang in Verbindung stand.